Zu viele Touristen, zu große Probleme - Wenn Massentourismus zum Problem wird

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Massentourismus ist vor allem ein Phänomen an Badeorten, wie etwa an den europäischen und insbesondere spanischen Mittelmeerküsten sowie den südamerikanischen Küsten und Skigebieten, vor allem in den Zentralalpen. Klassische Kulturreiseziele sind auch Venedig und der Eifelturm in Paris. Doch am schlimmsten trifft es die Badeorte, was durch das erhöhte Angebot von Pauschalreisen verursacht wird. Der Massentourismus verdrängt so die Einheimischen der Urlaubsorte, da die Touristen sich gnadenlos in Massen auf diese Orte drängen. Auch die lokale Kultur verändert sich massiv und die Traumlandschaften werden zerstört.

Bevölkerungsstruktur

Bevölkerungsstruktur
© jankranendonk/123RF

In stark touristisch geprägten Ländern verändert sich die Bevölkerungsstruktur dramatisch. So leben dort, wo zuvor nur Einheimische ihr Eigenheim aufgebaut haben, viele Auswanderer aus allen möglichen Ländern. Sie verdrängen die Einheimischen so sehr, dass bereits mehr Ausländer als Einheimische dort leben. Ein Beispiel bildet die spanische Insel Mallorca. Während die Insel vor 1960 ein Abwanderungsgebiet war, wurde sie danach zum Zuwanderungsgebiet. 1991 bestand die Bevölkerung Mallorcas zu 25% aus Einwanderern von außerhalb der Balearen und zu 4% aus Ausländern.

Kultur

Kultur
© jmespiga1949/123RF

Neben den sich drastisch verändernden Bevölkerungsstrukturen, wird vor allem auch die lokale Kultur verdrängt. Die hängt vor allem mit dem spezifischen Interessen- und Bedürfnisspektrum der Massentouristen zusammen. Man ist weniger an der Kultur und Eigenart des Gastlandes interessiert, sondern primär daran, vertraute Strukturen vorzufinden. Dementsprechend bieten die Restaurants an Orten des Massentourismus verstärkt Speisen aus den Herkunftsländern ihrer Gäste an. Das Personal spricht deren Sprache. Weitere Beobachtungen lassen sich an den Kiosken machen: Dort werden fremdsprachige Zeitungen verkauft. Ein weiteres Phänomen ist die Niederlassung anderer Dienstleister aus der Heimat der Touristen wie zum Beispiel Ärzte und Anwälte. Doch an die Spitze getrieben wird diese Entwicklung in den sogenannten Resorts und Ferienanlagen. Denn dort wird den Gästen eine vom Gastland separierte Parallelwelt geboten.

Natur

Natur
© Maciej Bledowski/123rf

Meist zieht es die Touristen weg von überfüllten Orten zu stillen Orten. Sie sehnen sich nach Ruhe und Entspannung und wollen sich dem Alltag entziehen. Doch dies zu Kosten der Natur. Oft werden Naturschutzgebiete ignoriert. Man geht zu verbotenen Orten, um das schönste Bild zu machen, dabei werden nicht selten Verbotsschilder einfach nicht beachtet. Außerdem bringt der Massentourismus eine erhöhte Gefahr der Umweltverschmutzung mit sich. Touristen werfen ohne darüber nachzudenken ihren Müll in die Natur, was auf Dauer der Umwelt schadet.

Fazit

Der Massentourismus stellt in Europa ein großes Problem dar. Man versucht dem entgegen zu wirken - doch vergeblich. Die Touristen erobern immer mehr die zuvor schönsten Orte der Welt.

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Die Redaktion
Geposted 12.09.2017 1 teilen
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