Zürich-West - Eine alternative Tour durch die Stadt an der Limmat

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Wer an Zürich denkt, dem kommen wahrscheinlich zuerst die klassische Altstadt, das malerische Limmatufer und die Pralinen und heißen Schokoladen der traditionellen Cafés und Chocolaterien in den Sinn. Doch wenn man die Altstadt verlässt und sich in den umliegenden Stadtteilen umschaut, entdeckt man schnell auch eine junge, moderne Seite voll mindestens ebenso interessanter Orte. Besonders empfehlenswert ist eine Tour durch das neue Trendviertel Zürich-West.

Ein Viertel im Aufbruch

Ein Viertel im Aufbruch
© Jens Ickler/123RF

Wenn man durch Zürich-West läuft, hat man fast ein bisschen den Eindruck sich nach Berlin verirrt zu haben. Das ehemalige Industrieviertel befindet sich wie kein anderer Teil der Stadt im Aufbruch, die Gegend ist kontrastreich, stilvoll, kreativ und versprüht einen ungeschliffenen Charme.

Da der Stadtteil nicht weit vom Zentrum entfernt ist, kann man seinen Rundgang gut am Hauptbahnhof beginnen und von dort aus alles bequem zu Fuß erreichen. Wer Lust hat, macht zunächst einen kleinen Abstecher zum Platzspitz etwas nördlich des Bahnhofs. Der zentral gelegene Park liegt auf einem spitz zulaufenden Gelände zwischen den Flüssen Limmat und Sihl, die sich am Ende der Anlage vereinigen - daher auch der Name. Die Besonderheit ist weniger der Ort an sich, sondern vor allem die ereignisreiche Geschichte: In den 1980er und 1990er Jahren wurde er als lange vom Staat tolerierter Treffpunkt der mitteleuropäischen Drogenszene bekannt und erhielt unter dem Namen "Needle Park" weltweite Aufmerksamkeit.

Vom Platzspitz aus geht man am Schweizerischen Nationalmuseum vorbei über die Sihl bis zur Josefstraße, in der man schon einen guten Eindruck von der Stimmung im Viertel bekommt: Hippe Boutiquen, Ateliers und Galerien reihen sich an kleine Start-Ups, charmante, im industriellen Stil eingerichtete Cafés und internationale Streetfood-Imbisse.

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Über den Röntgenplatz und die Josefwiese gelangt man nach einer Weile zum "Viadukt" - Zürichs wohl interessantester Einkaufsstraße und Treffpunkt der jungen Kreativen. Unter den Bögen des 1894 erbauten Eisenbahnviadukts reihen sich auf über 500 Metern Länge zahlreiche Design- und Vintage-Geschäfte, junge Modelabels, Secondhand-Läden und gemütliche Bars und Cafés aneinander. Darüber hinaus bietet das Viadukt auch ein abwechslungsreiches Kulturprogramm mit Live-Konzerten, Tango-Kursen, nachhaltigen Projekten und verschiedenen Workshops.

Weiter geht es zum Freitag Tower. Der einzigartige Laden des bekannten nachhaltigen Labels besteht aus 17 aufeinander gestapelten Frachtcontainern, die 26 Meter hoch in den Himmel ragen. Auf vier Ebenen findet man hier etwa 1600 Taschen; alle Produkte sind handgemachte Einzelstücke und bestehen aus gebrauchten LKW-Planen, Fahrradschläuchen, Autogurten und Airbags. Vom begehbaren Dach des Recycling-Wolkenkratzers hat man außerdem die Möglichkeit das ehemalige Industrieviertel von oben zu betrachten - ein Besuch lohnt sich also auch, wenn man nicht vorhat sich eine neue Tasche zuzulegen.

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Wer zwischendurch mal eine kleine Pause braucht, sollte unbedingt in "Frau Gerolds Garten" vorbeischauen, einer Mischung aus Café, Stadtgarten und gemütlicher Hinterhof-Terrasse mit Festival-Charakter. In entspannter Atmosphäre kann man sich hier ein bisschen ausruhen, die Stimmung genießen und etwas Leckeres trinken oder essen. Wie an vielen Orten in Zürich-West wird auch in "Frau Gerolds Garten" Wert auf Nachhaltigkeit gelegt: Es gibt mehrere vegane Optionen, alle Gerichte werden frisch zubereitet und viele Kräuter sowie einige Gemüse- und Obstsorten kommen direkt aus dem hauseigenen Garten.

Der Place-to-be ist die OpenAir Bar Frau Gerolds Garten. Urban, grün, gemütlich und hip. #visitzurich #visitswitzerland #Switzerland_Zurich #zürich #zürichwest #hardbrücke #fraugeroldsgarten #placetobe #sommerbar #outdoor #schweiz

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Nur ein paar Meter entfernt liegt übrigens das Hive, Zürichs wohl bekanntester Nachtclub, in dem man Donnerstag, Freitag und Samstag bis in die Morgenstunden tanzen kann. Wer also die Nacht voll ausnutzen möchte und gern zu Techno und Elektro feiert, sollte sich die Adresse für den Abend merken. Bevor man die Geroldstraße verlässt, lohnt es sich einen Blick nach oben werfen - als Kunstinstallation hängen hier an zwischen den Häusern gespannten Leinen 62 bunte Regenschirme.

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Von hier aus ist es nicht weit bis zum 126 Meter hohen Prime Tower, der aufgrund der wunderbaren Aussicht auf die Stadt und die Umgebung zu Zürichs beliebtesten Sehenswürdigkeiten gehört. In den oberen beiden der insgesamt 36 Etagen befinden sich außerdem ein Restaurant mit dem passenden Namen CLOUDS und eine Bar mit Lounge, wo man den beeindruckenden Ausblick beim Sonntagsbrunch oder einem abendlichen Glas Wein genießen kann.

Für Liebhaber zeitgenössischer und moderner Kunst lohnt sich anschließend ein Abstecher in eins der nahe gelegenen Museen - im Umkreis von nur einem Kilometer befinden sich sowohl die Kunsthalle als auch das Museum für Gestaltung und das Museum of Digital Art. Auf dem Rückweg kann man entweder noch ein bisschen durch das Viertel schlendern und in den vielen kleinen Läden stöbern oder am etwas ruhigeren Limmatufer entlanggehen.

Wer noch auf der Suche nach einem Hotel ist und Spaß an Design und kreativ eingerichteten Zimmern hat, sollte überlegen auch in Zürich-West zu übernachten. Das 25hours-Hotel in der Nähe des Museum of Digital Art verkörpert die Atmosphäre des Viertels und kombiniert Entwürfe des Zürcher Designers Alfredo Häberli mit anderen besonderen Einrichtungselementen. Ein weiterer Vorteil: Nach einer durchtanzten Nacht im Hive kann man zu Fuß nach Hause gehen.

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Daniela S.
Geposted 22.07.2017
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