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Bosnien-Herzegowina: Kleines feines Land am Balkan

Bosnien-Herzegowina, dieses kleine Land am Balkan, ist dennoch in aller Munde. Leider aber nicht immer aus positiven Gründen. Anfang der Neunziger war es Schauplatz des Jugoslawienkrieges. Das Land hatte mit einer zerstörten Infrastruktur und unzähligen Flüchtlingen zu kämpfen. Trotz des Leids hat die Bevölkerung ihre Lebensfreude nicht verloren und bereitet einen herzlichen und freundlichen Empfang.

Wichtige Informationen zur Reisevorbereitung

Eine Reise in den Balkan ist eine Reise in der Zeit. Man braucht Wochen, vielleicht sogar Monate, um die Landschaft zu durchqueren. Und in Bosnien-Herzegowina befinden sich die bekanntesten Reiseziele: Mostar, Visegrad oder auch die berühmte Hauptstadt Sarajevo. Es ist unmöglich, nach Bosnien zu gehen, ohne diese Stadt gesehen zu haben, die während des Bürgerkriegs von Bomben zerstört wurde. Doch heute versucht Sarajevo, sich wieder aufzubauen. Die Stadt ist eine Mischung aus Osten und Westen. Die letzten Ruinen ergänzen sich mit den funkelnagelneuen Wolkenkratzern. Man kann viel entdecken: Moscheen im alten türkischen Viertel Bascarsija, Märkte und Bazaars sind die Quintessenz der bosnischen Hauptstadt. Wenn Sie durch die Stadt flanieren, können sie den Taubenplatz (Sebji) besichtigen, auf dem ein schöner Brunnen thront, den berühmten Glockenturm und das Centar, das alle offiziellen Gebäude vereinigt.

Nachdem Sie Sarajevo besichtig haben, empfehlen wir Ihnen, einen Abstecher nach Mostar zu machen, die größte Stadt des Teiles Herzegowina. Die Brücke dort, die von der kroatischen Artillerie zerstört wurde, ist rekonstruiert worden. Mostar ist vermutlich die meist besuchte Stadt des Landes. Im Innern versteckt sich die osmanische Altstadt, auf der rechten Uferseite der Brücke mit gepflasterten Gassen, die einen an den schiefergedeckten Häusern und deren fesselnden Anblicken vorbei führen. Probieren Sie auch einen türkischen Kaffee in einem der Cafés, die sich am Fluss befinden.

Travnik, das "europäische Istanbul", war die Hauptstadt des osmanischen Bosniens. Besuchen Sie die Moschee Sulejmanija, die Mausoleen und die Gräber der Wesire. In den Museen können Sie mehr über die Vergangenheit dieser Stadt erfahren.

Im Zentrum des Landes gruppieren sich die Ruinen der Burg. Die Besuche im orthodoxen Kloster Liplje, in der osmanischen Stadt Banja Luka mit mehr als 40 Klöstern, die durch den Krieg ausgelöscht wurden, sind obligatorisch. Auch die Kirche Saint Sava, das Nationalmuseum und Banski Dvor, der Sitz des Präsidenten der Republik Srpska zahlen sich auch aus.

Wer auf Nervenkitzel steht, kommt in Bosnien-Herzegowina keinesfalls zu kurz. Das Land bietet Stromschnellen, die sich hervorragend für Rafting und Kanu-Touren eignen. Ihr Schwierigkeitsgrad steigt in den Monaten April und Mai. Ebenso ist es möglich, Ski zu fahren, am besten in Jahorina oder Bjela?nica. Für die Naturliebenden hält der Osten des Landes einige Überraschungen bereit. In den Bergen und Wäldern kann man Flora und Fauna beobachten, vor allem im Nationalpark Sutjeska. Dieser Ort eignet sich gut für einen sportlichen Spaziergang, zum Bergsteigen oder einfaches Genießen der Natur.

Tipps der Redaktion

Bosnien-Herzegowina erlitt katastrophale Überschwemmungen im Jahr 2014 und es besteht Gefahr zu Erdrutschen. Letztere können Minen auslösen, die als Überreste des Krieges im Boden stecken. Es wird empfohlen, in den Gebieten Posavina, Zenica, Doboj, Tuzla und um Sarajevo sehr vorsichtig zu sein, da eine Minenräumung nicht vor 2019 vorgesehen ist. Geben Sie sich damit zufrieden, nur auf betonierten Bereichen zu bleiben. Schilder weisen Sie ebenfalls darauf hin. Diese stehen aber nicht systematisch überall. Am besten informieren Sie sich darüber im Ort. Seit den Überflutungen ist das Wasser für den Konsum zu schmutzig.

Die Straßen Bosnien-Herzegowinas sind gefährlich. Genauso wie der gewöhnungsbedürftige Fahrstil der Einheimischen. Es wird davon abgeraten, nachts zu fahren, ebenso wie das Fahren im Winter, da die Straßen nur wenig oder gar nicht geräumt werden und eine sehr hohe Unfallgefahr darstellen.

Durch den Krieg von 1992 bis 1995 hat das Land ein Trauma erlebt. Deshalb sollten Sie dieses Thema dort auf jeden Fall meiden. Lassen Sie sich ebenfalls gesagt sein, dass die Serben und Bosnier sehr empfindlich auf das Thema der Unabhängigkeit des Kosovo reagieren, da es sie dazu anregen könnte, ihre eigene einzufordern.

Falls Sie vorhaben, in dieses Land zu reisen, versuchen Sie, sich mindestens eine Woche Zeit zu nehmen, um eine schöne Rundreise machen zu können und währenddessen das Land zu entdecken. Sich in Bosnien fortzubewegen gestaltet sich nicht als ganz einfach und die sehenswerten Orte sind im ganzen Land verstreut.

Die beste Jahreszeit für eine Reise durch Bosnien-Herzegowina ist der Frühling oder Sommer mit etwas höheren Temperaturen. Falls Sie aber ein Reiseziel zum Skifahren suchen, buchen Sie zwischen Januar und März, um nicht enttäuscht zu werden.

Pluspunkte

  • +Trotz der Konflikte, die das Nebeneinander von mehreren Religionen auf demselben Gebiet ausgelöst hat, haben die unterschiedlichen Kulturen das Land bereichert. Dies zeigt sich z.B. in der Kunst und der Architektur.
  • +Sofern man keine schmerzhaften Themen aus der Vergangenheit anspricht, ist die Bevölkerung gegenüber Touristen herzlich und gastfreundlich.

Minuspunkte

  • -Die schrecklichen Geschehnisse sind in den Köpfen der Menschen noch sehr lebendig und wenn diese thematisiert werden, kann dies zu großer Aufregung führen.
  • -Als Folgen des Bürgerkriegs, dessen Ziel die ?ethnische Säuberung? war, wurden Häuser und andere bauliche Anlagen zerstört und ganze Landstriche vermint, deren genauen Positionen nur vage bekannt sind.

Traditionen

Der größte Teil der Bevölkerung von Bosnien-Herzegowina ist muslimisch (mehr als 40 Prozent). Vor dem Krieg lebten die drei Gemeinschaften harmonisch nebeneinander und gemeinschaftsübergreifende Heiraten kamen häufig vor. Die muslimischen Bosnier leben heute hauptsächlich in der Hauptstadt um im Zentrum des Landes, die Kroaten verteilen sich auf den Westen und den Süden, während die Serben in der serbischen Republik Bosniens anzutreffen sind.

In Bosnien-Herzegowina lassen sich viele traditionelle Objekte entdecken, etwa Teppiche aus Wolle, gesäumte Tischdeckchen und kleine Figuren aus Hold oder Leder.

Küche

Wie der Großteil des Balkans ist auch die bosnische Küche stark von der türkischen und leicht von der griechischen Küche beeinflusst. Hier liebt man Fleisch. Ob Lamm, Rind oder Geflügel. Wenn Sie einen Einblick in die bosnische Küche bekommen möchten, fragen Sie nach einem Rostilnica, das bedeutet eine gemischte Platte. Auch Moussaka, ein griechisches Gericht, ist sehr beliebt. Wenn Sie aber bei der lokalen Gastronomie bleiben möchten, sollten Sie Bosanski ionac, ein Rinderragout, probieren. Bamija vermischt afrikanische Geschmäcker, es besteht aus afrikanischem Gemüse und Kalb. Genauso stehen Barsch, Forelle und Karpfen auf dem Menü. Diese Gerichte werden oft von einem Salat mit griechischem Einfluss im Sommer und im Winter von einer Suppe begleitet. Die Bosnier lieben auch Blätterteiggebäck. Burek mit Schafskäse, Pida mit Fleisch oder Zeljanica aus Spinat. Zu trinken genießen die Bosnier alles, was auf Milch basiert: Joghurt, Kefir und Boza, aus osmanischer Herkunft. Pivo ist ein Bier, das auch sehr viele Abnehmer findet. Um ein gutes Essen abzuschließen eignen sich Käse und Baklava sehr gut.

Souvenirs und Handwerk

Der berühmte Pflaumenschnaps Sliwowitz ist ein Souvenir, das u.U leicht zerbrechen kann oder sich einfach verflüchtigt. An kunsthandwerklichen Gegenständen werden lediglich einige wenige Holz- und Kupfergegenstände, bestickte Blusen und Tischdecken angeboten... Ladenöffnungszeiten: Montags bis freitags 09.00 Uhr - 18.00 Uhr, samstags von 09.00 Uhr - 13.00 Uhr.