Die ethnischen Volksgruppen der Hutu und Tuts Die Bevölkerung Burundis besteht aus Hutus, Tutsis und Twas. © Claude Pavard - Hoa-Qui
Die äußerst traditionelle, sehr hierarchische Gesellschaft ist feudal aufgebaut. Die Tutsi sind viehzüchtende Hirten, die Hutu sind Bauern. Bei den Tutsi gilt der König (Mwami) als Statthalter des obersten Gottes Imama. Er ist von einer Aristokratie umgeben, deren Macht auf dem Besitz von Vieh beruht. So kann ein Tier einem Bauern im Tausch für seine landwirtschaftlichen Produkte zur Nutzung überlassen werden. Diese Praktik namens Ubuhake schafft ein Patronage-Verhältnis zwischen zwei Personen. Aufgrund dieser Tatsache verfügen die Tutsi über wirtschaftliche Macht, die von der militärischen Macht verstärkt wird, die sie traditionell innehaben. Die deutschen und später belgischen Kolonialherren haben diese Hierarchie dazu genutzt, die Bevölkerung in Klassen einzuteilen. Gleichzeitig haben sie die Tutsi-Aristokratie begünstigt und die Spaltung zwischen den beiden Gemeinschaften institutionalisiert.