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Deutsche Bahn frei für Missorganisation

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30 Juli 2012 - 12:34

Es gibt wohl kaum einen Menschen, der sich noch nicht über die Deutsche Bahn aufgeregt hat. Das ist nicht verwunderlich, denn mit 20% Zugverspätungen im Jahr ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass es selbst denjenigen trifft, der das große Glück hat, nicht regelmäßig den zwar umweltfreundlichen jedoch unzuverlässigen Fahrservice in Anspruch nehmen zu müssen.


Doch wir tun diesem Unternehmen unrecht, wenn wir die täglich in den Medien kursierenden Negativmeldungen enervierend, da allgemein bekannt, auflisten. Nein, wie alles im Leben, weist auch die Medaille der Deutschen Bahn zwei Seiten auf. Und fristgerecht zum Ferienstart gibt es diverse Erfolgsmeldungen zu verzeichnen:

"Die Welt" lobt in ihrem Artikel über "allwissende Reisebegleiter" (Printausgabe vom 09.07.2012). die Navigationsapp der Deutschen Bahn über den grünsten Klee.

Das Branchen- und Wirtschaftsmagazin "der Mobilitätsmanager" zieht nach. Am 24.07. erscheint ein Online-Artikel mit der Headline "bahn.de: Zusätzlicher Service für Hotelsuche". Zu lesen ist, dass das Portal sein Angebot erweitert, indem man nun eine integrierte Buchung von Bahn und Hotel auf www.bahn.de vollziehen kann. Und auch wir müssen neidlos zugeben: Respekt, sehr gute Idee!? Wäre da nicht dieser eine kleine Wermutstropfen. Selbst Kunden, die ein ganz normales Online-Ticket für eine ganz normale Zugfahrt von A nach B buchen wollen, also ohne den ganzen Schnickschnack wie Hotelauswahl mit Bestpreisgarantie, individuellen Tipps für Ausflugsziele usw., verbringen teilweise Unmengen von Zeit vor dem PC. Denn wer es wagt, einen der beliebten Fensterplätze für seinen Zug zu reservieren, dem kann es passieren, dass er die Meldung bekommt, der Zug sei "ausgebucht". Und das etwa nicht, bevor er seine kompletten Angaben samt Offenlegung aller Bankdaten in ein Online-Formular eingetragen hat. Das wäre erstens zu einfach und zweitens nicht rentabel für die Deutsche Bahn. Oder kennen Sie einen leichteren Weg an Kundendaten heranzukommen?

Gut, es liegt uns fern dem Unternehmen etwas Böses unterstellen zu wollen. Aber jetzt einmal Hand aufs Herz: Lehnt sich die Bahn nicht ein bisschen weit aus dem (reservierten) Fenster, wenn sie meint, Zugtickets in Kombination mit 250.000 Hotels verwalten zu können?

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