Fußballfans, die sich schon seit der WM vor zwei Jahren auf die diesjährige Europameisterschaft freuen, müssen nun bangen, ob sie es sich finanziell überhaupt leisten können, nach Polen beziehungsweise in die Ukraine zu reisen, denn die Preise für Hotels und andere Unterkünfte sind ungewöhnlich in die Höhe gestiegen. Wer da nicht mehrere hundert Euro pro Nacht aufbringen kann, muss wohl mit "Public Viewing" im Biergarten vorlieb nehmen.
Auch Fans der Olympischen Spiele haben es nicht leichter. Sie müssen befürchten, dass es während der Spiele in London zu einem regelrechten Chaos an den Flughäfen kommen wird. Die Grenzkontrollen der Airports sind personell unterbesetzt und momentan macht sich die Sorge breit, dass extreme Wartezeiten und andere unangenehme Nebenwirkungen auftreten werden. Im Extremfall könnten sogar Flugzeuge dazu gezwungen sein, aufgrund zu voller Terminals über der britische Hauptstadt zu kreisen.
In Anbetracht dieser Tatsachen werden sich Sportbegeisterte wohl dreimal überlegen, ob sie den Weg nach England oder Polen auf sich nehmen wollen oder, ob sie das Spektakel nicht vielleicht doch besser aus der Ferne, von ihrer gemütlichen Couch aus, beobachten. Schade eigentlich. Aber das ist die logische Konsequenz, wenn den Veranstaltern ihre Events nie groß genug sein können. Größer, pompöser, besser als je zuvor - die Ansprüche, die die Veranstalter haben, sollten vorranging positive Auswirkungen auf den Veranstaltungsort und die dortige Infrastruktur haben. Gerade nach Polen und in die Ukraine werden dank der EM viel mehr Touristen reisen und eben auch dort ihr Geld ausgeben. Aber wenn das Ganze solche Ausmaße annimmt oder anzunehmen droht, dass die Auswirkungen negativ für Land und Menschen werden, dann läuft etwas falsch.
Schließlich sollten sich Fußballfans nicht ausgebeutet fühlen müssen, wenn sie in einem Hotel übernachten. Und auch die Fluggäste sollten nicht dem Chaos eines völlig überfüllten Flughafens ausgesetzt werden. Letztendlich leiden ja auch die Anwohner des jeweiligen Landes oder der jeweiligen Stadt unter den Folgen eines derartigen Massenauflaufes. Außerdem ist es nicht auszuschließen, dass die Touristen irgendwann von derartigen Veranstaltungen abgeschreckt werden und einfach nicht mehr bereit sind, sich den chaotischen Verhältnissen auszusetzen. Aber das ist dann wohl der Preis, der für die vollständige Kommerzialisierung von Veranstaltungen und den Anspruch, die Größe der Events bis ins Unermessliche auszuweiten, zu zahlen ist.
Quellen: spiegel.de, Easyvoyage.deHelena Keller
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