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Künstliche Authentizität im Urlaubsparadies

 
 

Überall auf der Welt gibt es sie: die künstlichen Inseln, Städte oder Strände, die unser Auge mit ihrer absoluten Perfektion täuschen. Nichts natürlich geschaffen, alles durch Menschenhand gewollt und erbaut. Aber warum?
Ist es eine Art Demonstration der Macht? Einmal Gott spielen? Oder einfach und allein das Gefühl Unmögliches möglich zu machen?

Es gibt sie, die Menschen mit unglaublichen, abgehobenen Träumen Neues zu erschaffen und es sind meist diejenigen, die zusätzlich über das nötige Kleingeld verfügen. So lässt das staatliche Bauunternehmen der Vereinigten Arabischen Emirate 2006 in Dubai die Insel "Palm Jumeirah" erschaffen, die selbst die Form einer Palme annimmt und Millionen von Dollar auf dem Rücken trägt. Ob in Form von Luxushotels, Luxusappartements, Luxus-Spas, Luxusvillen - es ist für Jeden etwas dabei - bis auf diejenigen, die sich das eben nicht leisten können!
Die enormen Energiekosten, Investitionen und Umweltbelastungen werden dabei natürlich meist ausgeblendet. Denn verglichen mit Stuttgart 21 gibt es in Dubai wohl nicht allzu viele Rentner und Arbeitslose, die sich trauen in den streng muslimischen Arabischen Emiraten zu demonstrieren und nebenbei dem Staat mit einem riesigen erforderlichen Polizeiaufgebot und Straßensperrungen weitere Kosten aufzudrücken.

Auch in Singapur haben übermenschliche Investoren eine Insel entstehen lassen, die in ihrer Perfektion keine Zweifel zulässt. Sentosa Island ist mit zahlreichen Attraktionen, perfekten weißen Sandstränden und stylischen Restaurants sowie Hotels eine vollendete Insel an der Spitze des Stadtstaates. Sobald man diese Insel betritt, beschleicht einen das dunkle Gefühl, dass all dieses Vergnügen, der Luxus und die Schönheit, eben leider auch hier nur Fassade sind. Die Einwohner fliehen vor der Stadt, in ein nahe gelegenes Paradies, das sie für einige Stunden den Alltag vergessen lässt um sie jedoch unmittelbar danach mit Schwung in die Wirklichkeit zurückzuversetzen.
Ich persönlich habe mich gefragt, ob die Macher dieser Insel schon einmal eine echte zu Gesicht bekommen haben und heißt es nicht außerdem immer "fehlerfrei ist langweilig"?

Mitte letzter Woche erhielten wir dann die Nachricht, dass auch Bangkok im Zentrum solcher Überlegungen stehe. Das Reisenewsportal "Der Mobilitätsmanager" berichtete von Gerüchten, die thailändische Regierung wolle Bangkok mal einfach so "aufgeben" und höheren Orts neu bauen, um in Zukunft vor etwaigen Katastrophen besser geschützt zu sein. Bizarr denken Sie? Wir auch!
Angeblich sacke der Boden Bangkoks bereits seit Jahren leicht ab, unter anderem auf Grund der exzessiven Ausbeutung des Grundwassers. Laut "DMM" sei deshalb absehbar, dass sich die Probleme der Hauptstadt in nächster Zeit weiter verschärfen würden. Dabei mag man weder an die Kosten denken, noch an die für ein solches Projekt benötigte Zeit und all die Menschen, die erneut aus ihrem Zuhause vertrieben werden.

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