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Leben auf dem Mars - Auswandern ins All

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27 August 2012 - 16:27

Zählen Sie zu den Menschen, die von einer Fernreise träumen, doch denen selbst die Antipoden-Inseln noch zu nah und unexotisch sind? Dann können Sie jetzt aufatmen, vorausgesetzt, Sie besitzen einen marstauglichen Raumanzug.

Vorbei die lahmen All-Inclusive-Urlaube in der Türkei. Selbst "Schwimmen mit Haien in Kapstadt" und die Besteigung des Mount Everest ohne Sauerstoffmaske haben ausgedient. Ab 2023 stehen Destinationen wie Reisen zum Planeten Mars auf der Agenda entdeckungswütiger Touristen. Zumindest arbeitet der holländische Unternehmer Bas Lansdorp wie wahnsinnig an der Realisierung seines Projekts "Mars One", welches sicherlich langfristig gesehen, die Tourismusbranche revolutionieren wird.

Reise zum Mars (unbedingt) langfristig planen

Die Vorbereitungen laufen jedenfalls bereits auf Hochtouren. Im Januar 2016 soll ein unbemanntes Versorgungssschiff zum Mars fliegen, das Lebensmittel und weitere lebensnotwendige Dinge auf der Oberfläche des Planeten absetzen wird, die später als Unterkunft dienen. Zwei Jahre später wird ein Roboterfahrzeug dort landen, welches die selbsternannten "Marsmännchen" unterstützt. Für das Jahr 2021 sind zwei weitere Wohneinheiten mit Lebenserhaltungssystemen und ein Rover geplant. Mittels zwei Satelliten, die den Mars umkreisen, können die selbsternannten Christoph Kolumbuse Kontakt zur Erde halten, sodass selbst die obligatorische "Bin gut angekommen"-SMS hinfällig sein wird.

Neuland auch, was die Dauer der Abenteuerreise betrifft. Lediglich der Abflugtag steht fest, nämlich der 14. September 2022. Die Flugzeit beträgt lächerliche elf Monate und ein paar Zerquetschte. Proviant stellt die Organisation. Auf der Speisekarte steht Astronautennahrung, mal in Tuben, mal in Dosen, sodass keine Beschwerden bezüglich Monotonie aufkommen. Ist das Endziel erreicht, lohnt sich das "Koffer Auspacken" auf jeden Fall, denn: ein Rückflug ist im Rund-um-Paket nicht vorgesehen. Es wäre ja auch zu schade, dass neue Ferienparadies wieder verlassen zu müssen.

Das Leben auf dem Roten Planeten

Die neue Anlage, die zunächst für vier Gäste ausgerichtet ist, bietet in Sachen Animation so einiges. Statt Aquagym und Bogenschießen kann man sich seinem Kleingarten widmen und eigenes Gemüse anbauen. Dafür sorgt das holländische Unternehmen PlantLab, welches Pflanzen auf einem Substrat zieht und mit LEDs beleuchtet, deren Licht sich für die Photosynthese optimieren lässt. Nach getaner Gartenarbeit kann man in seinem 50 Quadratmeter großen Eigenheim entspannen. Aber bitte, bitte nicht in trauter Zweisamkeit. Experten raten dringend davor ab, sich Fortzupflanzen. Dafür fehlt erstens die medizinische Versorgung und zweitens die Erfahrung mit der Entwicklung von Föten unter reduzierter Schwerkraft. Es bleibt demnach dem Ex-Erdling überlassen, wie er seinen Tag füllen wird, bis nach 24 Stunden die Nacht hereinbricht.

Interessenten sollten neben einer fundierten Astronauten-Ausbildung das 65. Lebensjahr überschritten haben. Schließlich würden die Auswirkungen der höheren Strahlung während ihrer restlichen Lebenszeit ja nicht mehr so gravierend zum Tragen kommen.

Sollte Ihnen die Lust auf fremde Abenteuer nun vergangen sein, empfehlen wir Ihnen alterprobte Reiseziele wie die türkische Riviera, Südafrika oder den Himalaya.

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