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Spaß mit Petting und Fucking

01 Oktober 2012 - 10:05

"Geht Wege die noch niemand ging, damit ihr Spuren hinterlasst und nicht nur Staub", äußerte einst der französische Pilot und Schriftsteller Antoine de Saint-Exupéry. Ein Zitat, welches sich die Gemeinde Poppenhausen (Hessen) offensichtlich zu Herzen genommen hat. Passend zum leicht frivol klingenden Ortsnamen, kann man in der Rhöner Natursportgemeinde einen 2,5km langen Liebesweg begehen. Er verbindet eine tolle Panoramasicht auf den Ortskern mit den Hausbergen Wasserkuppe und Pferdskopf. Damit der Name hält, was er verspricht, befinden sich diverse "Stationen" auf dem Weg der Liebe. Nein, liebe Leserinnen und Leser. Da es sich bei Poppenhausen um eine "christlich geprägte" Gemeinde handelt, so der O-Ton des Bürgermeisters Manfred Helfrich, handelt es sich nicht um eine modern-aufgeschlossene Interpretation eines Trimm-dich-Pfads. Vielmehr laden Herzen- und Glücksklee-Installationen zum Verweilen und Fotoschießen ein. Wessen Liebe auf einem geistig-literarischem Fundament basiert, den erwarten Tafeln mit Liebeszitaten und mit Übersetzungen des Ausdrucks "Ich liebe dich" in 100 Sprachen. Und damit der christlich-geprägte Ruf der Gemeinde ja nicht ins Wanken gerät, kann man die Strecke sogar mit dem Kinderwagen bzw. Rollstuhl zurücklegen. Also alles ganz harmlos und eine gelungene Idee für einen Sonntagsausflug mit Kind und Kegel.


Junggesellenausflug nach Tittenkofen


Doch was, wenn sich die Kommerzialisierung von Ortsnamen in Deutschland ausweitet? Nicht auszudenken, mit welcher Marketingstrategie Blödesheim Ausflügler nach Rheinland-Pfalz locken würde. Oder wie wäre es mit einem Roadtrip von Pups (Bayern) nach Kakau (Thüringen) über Kothausen (NRW), für alle die auf Fäkalhumor stehen. Für die Hypochonder unter Ihnen empfehlen wir eine Tour von Pitschen-Pickel (Brandenburg) über Halbhusten (NRW) mit Halt in Krückeberg (Hessen) bis nach Alzheim (Rheinland-Pfalz). Wer seinen Urlaub verlängern möchte, sollte weiter Richtung Totenberg (Niedersachsen) fahren um dann in Himmelpforten (Niedersachsen) letzen Endes anzukommen.

Wussten Sie im Übrigen, dass man Russland, Jerusalem, Kalifornien, Brasilien, Sibirien und Grönland locker ohne Beamen in zwei Tagen schafft? Überzeugen Sie sich selbst, indem Sie einfach die Landkarte Schleswig-Holsteins aufschlagen.

Der ideale Junggesellentrip führt von Sexau (Baden-Württemberg) über Tittenkofen (Bayern) nach Petting (Bayern) und Fucking-Gemeinde Hell (Österreich). Verheiratete, die diesen Weg einschneiden, verfahren sich allzu leicht und kommen meistens in Scheidung (Schleswig-Holstein) raus. Und spätestens hier verlaufen sich dann die Spuren der einstiegen Liebe endgültig im Staub. Dennoch gute Fahrt!

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