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Umweltschutz ist käuflich

 
 

Man könnte glauben, dass die Idee von den Amerikanern stammt: Umweltverschmutzung durch zu vieles Fliegen wird entschuldbar, wenn man Emissionszertifikate bei der EU einkauft - ähnlich, wie im Mittelalter die Ablassbriefe. Seit dem 1. Januar 2012 müssen alle Fluggesellschaften, die einen Flughafen der EU ansteuern, Emissionszertifikate erstehen. Airberlin schätzt die Ausgaben für dieses Jahr auf 28 Mio. Euro. Nun sind es aber gerade die Vereinigten Staaten von Amerika, die gemeinsam mit ihren Umweltverschmutzerfreunden China, Russland und Indien auf die Barrikaden gehen. Die USA weigern sich schlicht, die von der EU eingeführte Regelung zu akzeptieren und zahlen einfach nicht. Das ist so, wie wenn Krieg ist und keiner geht hin!

Wir Deutschen sind da natürlich ganz anders. Wir halten uns gern an Regeln und zahlen brav. Macht ja auch Sinn. Wer verschmutzt, der zahlt. Und für die Fluggesellschaften ist das im Grunde auch kein Problem. Die haben sich nämlich flux was ganz pfiffiges ausgedacht: Wir wälzen die Kosten einfach auf die Fluggäste ab! Natürlich ist die Idee nicht neu, aber man muss doch das Rad nicht jedes Mal neu erfinden. Hauptsache, das Problem ist gelöst. So haben die beiden größten deutschen Fluggesellschaften in den letzten Tagen nacheinander angekündigt, die Ticketpreise zu erhöhen. Dabei halten sie die Wichtigkeitsreihenfolge ein: erst Lufthansa, dann Airberlin. Weitere dürften folgen.

Und der deutsche Fluggast? ...nimmt auch manchmal das Auto und kennt die Ausreden für Preiserhöhungen deshalb schon von der Tankstelle. Kurz vor den Osterferien steigen nämlich regelmäßig die Rohölpreise. Das hat wohl irgendwas mit den Scheichen zu tun, wie ich annehme.

Seit einiger Zeit kann man außerdem bei den Fluggesellschaften ein gutes Gewissen erstehen. Für etwa 15 Euro können Sie ein Stück Regenwald kaufen und so, die von Ihrem Flug verursachte Luftverpestung ausgleichen. Klingt wie "Ich spende monatlich 5 Euro an Terre des hommes, deshalb darf ich den von indischen Kindersklaven geknüpften Teppich kaufen". Ist aber tatsächlich gar nicht so dumm wie mein Vergleichsbeispiel. Wer anderen in die Suppe spuckt, soll sie auch auslöffeln (so oder so ähnlich der Volksmund). Wer also anderen die Luft verpestet, kann an der Stelle wo das Ozonloch entsteht, auch einen Baum in den Regenwald pflanzen. Also bitte, liebe Flugpassagiere! Verhalten Sie sich nicht wie die Amerikaner und appellieren Sie an Ihr Gewissen! Was sind schon läppische 15 Euro im Vergleich zu einem reinen Umweltgewissen? Die machen den Kohl eh nicht mehr fett, schließlich zahlen Sie ja wegen der Emissionszertifikate ohnehin schon drauf...

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