Strahlenverseuchte, unendliche Landschaften, sturmverwüstete Ebenen, auf denen mehrere Menschen umkamen, ein Schiffswrack im blauen Ozean. Wenn das nicht Lust auf Urlaub macht! Was für die Einen vielleicht wie ein schlechter Witz klingt ist für die Anderen Abenteuer-Urlaub. Denn Katastrophen-Tourismus liegt im Trend - leider.
Im Moment wieder besonders beliebt: Reisen nach Tschernobyl. Am 26. April 1986 kam es hier zur Atomkatastrophe: Riesige Gebiete mussten evakuiert werden, tausende erkrankten in Folge des Unglücks schwer. Wenn das kein Grund für einen Besuch ist! Rund 7000 Menschen kommen jährlich nach Tschernobyl und geben ca. 100 Euro für einen Ausflug in das strahlenverseuchte Gebiet aus.
Sie interessieren sich eher für Küstenregionen? Für alle, die Wellen und Strand genießen und mit einem Cocktail in der Hand gerne auf das Wrack der Costa Concordia werfen wollen, bei deren Havarie über 30 Menschen starben, empfehlen wir eine Reise zum Hafen von Porto Stefano in Italien. Dort fühlen sich viele Urlauber von dem gekenterten Luxusliner nicht bedrückt - im Gegenteil. Fröhlich und mit erhobenem Daumen wird vor dem Wrack für die Lieben daheim posiert. Für die, die besonders nah an das Schiff heranwollen, um ja kein grauenhaftes Detail der Katastrophe zu verpassen, bieten verschiedene Gesellschaften Bootstouren an.
Da fragen wir uns: Warum bieten die Reiseveranstalter nicht gleich eine Minenfeldwanderung durch Afghanistan, Kutschfahrten durch die Waldbrandgebiete auf den Kanaren oder Tauchgänge unter den schönsten und größten Ölteppichen in den Ozeanen?
Na dann: Bon Voyage!
Laura Brunner
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