Immer auf die Armen! So könnte wohl auch das Motto bezüglich des Streits der Hostelbetreiber mit der Gebühreneinzugszentrale der öffentlich-rechtlichen Rundfunk- und TV-Anstalten (GEZ) lauten. Denn die von allen Bundesbürgern so geliebte und geachtete GEZ ändert ab Januar 2013 ihre "Gebührenlogik". Wie sie der "Welt" mitteilte, ist ab dann "der wesentliche Anknüpfungspunkt für den Rundfunkbeitrag die Raumeinheit, in der typischerweise die Möglichkeit zum Rundfunkempfang besteht. Ob und wie viele Rundfunkempfangsgeräte tatsächlich vorhanden sind, spielt künftig keine Rolle mehr."
Im Klartext bedeutet dies, dass jeder Haushalt ab dem kommenden Jahr 17,98 Euro zu entrichten hat, auch wenn kein TV-Gerät vorhanden ist. Bereits diese Denkweise stößt ein wenig beim Lesen auf. Doch ganz absurd wird es, wenn man an die ganzen Jugendherbergen, mit ihren vielen "Raumeinheiten" denkt. Diese sollen nämlich nun 5,99 Euro GEZ-Gebühr für jeden Raum zahlen, auch wenn dieser eine rundfunkfreie Zone darstellt. Für alle, die nicht wissen, wie eine Jugendherberge funktioniert, erlauben wir uns einen Wikipedia-Eintrag zu zitieren:
"Die Bezeichnung Hostel hat sich heute in Deutschland wie auch international für Unterkünfte etabliert, die sich speziell an Rucksacktouristen richten, also individuell Reisende mit niedrigem Budget. Wie die Jugendherbergen bieten sie überwiegend Schlafplätze in Mehrbettzimmern, welche oft aus Gründen der Raumökonomie Etagenbetten (Bunkbeds) enthalten oder Bettenlagern ähneln."
Auch wenn man noch nie eine Jugendherberge betreten hat, geht aus dieser Definition eindeutig hervor, dass es sich bei deren Gäste hauptsächlich um junge Ausländer handeln muss, die eine Stadt wie beispielsweise Berlin aufsuchen, um dort Abenteuer zu erleben und neue Menschen kennenzulernen.
Ich persönlich, war bereits häufig Gast in den günstigen Bettenburgen und noch nie habe ich mir das laute, chaotische Acht-Bett-Zimmer mit einem Nicht-Deutschen geteilt, der auf der Suche nach deutschem TV-Entertainment war.
Gegen die neue Gebührenpraxis gehen nun zig Hostelbetreiber auf die Barrikaden, denn einige rechnen mit Mehrausgaben von rund 1340 Euro pro Jahr. Wer diese letzten Endes zu bezahlen hat, dürfte uns allen klar sein: Die Backpacker, die bereits eh mit wenig Reisebudget nach Deutschland kommen. Vielleicht findet man diese ja nun aufgrund der drohenden Preiserhöhung in Jugendherbergen verstärkt in Hotels, in denen TV und Radio auf den Zimmern zum Standard gehören. Diese profitieren nämlich gewaltig von der neuen GEZ-Logik. Wie erwähnten wir es bereits eingangs? Immer auf die Armen!
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