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Von Säufern, Markenschweinen und Erbsenzählern

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15 Oktober 2012 - 15:36


Sie möchten in den Urlaub? Neue Kulturen entdecken, fremde Länder bereisen und lecker essen? Alles in allem: Ihren Horizont erweitern und sich neuen, internationalen Einflüssen öffnen? Einer entspannten Zeit steht nichts im Wege, wenn im auserwählten Ferienland bloß nicht die Störenfriede anderer Nationen wären. Die passen gar nicht in das Konzept des deutschen Reisenden. Allein schon die Tatsache, dass sich Deutsche die Ferienanlage mit russischen Gästen teilen müssen, wird als störend empfunden und landet gemäß einer Umfrage des Reiseportals Holiday Check sogar auf Platz acht der häufigsten Urlaubsbeschwerden der Deutschen.

Klischees oder Tatsachen?

Kein Wunder, dass die Hotelanlage ganz schnell zum Kriegsschauplatz im großen Kulturkampf werden kann. Während die Deutschen, um den Platz unter der Sonne zu ergattern, hektisch ihr Revier am Pool mit Handtüchern markieren, defilieren Italiener protzig vor ihnen mit brandneuen, gefälschten Roben der letzten Modekollektion von Dolce & Gabbana. Die Froschfresser aus Frankreich rümpfen ihr eitles Näschen und die Wodka saufende Spezies aus Russland ist schon am Vormittag damit beschäftigt, für Nachschub in der Minibar zu sorgen.

So fluchen wir, vom Blitzlicht der japanischen Touristenherde verblendet, über die Macken anderer und erahnen gar nicht, wie wir uns wiederum in den Augen dieser machen. Denn irgendwo muss es ja herkommen, das Klischee mit den weißen Tennissocken in den Adiletten.

Welche ist die unhöflichste Nation?

Doch welche ist die unhöflichste Nation im Urlaub? Die Flugsuchmaschine Skyscanner meint in einer Umfrage, die unverschämtesten Völker ermittelt zu haben. Die drei Gewinner des Kopf-an-Kopf-Rennens sind Franzosen, Russen und Engländer.

Zu Recht denken Sie? Dann lesen Sie nicht weiter, wenn Sie der Wahrheit nicht gewachsen sind. Die rühmliche Liste geht weiter: Deutsche Bürger knüpfen mit dem ehrenvollen vierten Platz im Unfreundlichkeits-Check an. Kleinlich, nationalistisch und lasch, lautet das strenge Urteil über uns. Wahrscheinlich grüßen wir nicht, weil uns der Mund mit Weißwürsten und Brezen gestopft ist und unseren Nationalstolz präsentieren wir demnach täglich in Trachten mit mindestens zwei Maß in der Hand. Lächerlich? Na klar. Lasch? Von wegen. Der Deutsche zeigt sich nicht nur in der Sauna oder am Strand gerne von seiner splitternackten Seite. Und auch in München wird so mancher Tourist enttäuscht sein, wenn er im Englischen Garten statt erwarteter Dirndl und Lederhosen mehr entblößte Menschen sieht.

Good Bye, Vorurteil

Vielleicht ist es nun an der Zeit von Vorurteilen Abschied zu nehmen? Denn Dönerbuden gibt es mittlerweile auch öfter in Berlin und Köln an jeder Ecke als - wie beabsichtigt - in der Türkei. Und deutsche Damen lassen sich beim ersten Date viel lieber auf einen Café Latte als auf eine Maß einladen.

Wir raten Ihnen, die nicht allzu repräsentative Umfrage mit knappen 1200 Teilnehmern zu vergessen. Und falls Sie doch einmal darüber reden möchten, so diskutiert es sich mit dem ausländischen Gegenüber über kulturelle Unterschiede nach wie vor am besten bei einem Gläschen. Also dann "Na Zdorovie", "Chin Chin", "Cheers", "Salut" und "Prost"!

Mehr Infos zur Skyscanner-Umfrage finden Sie hier.

Olga Henich

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