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Wie "Ecce Homo" in Borja aneckt

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03 September 2012 - 11:07


"Ist datt Kunst oder kann datt wech?", fragen sich derzeit tausende von Menschen im sonst so verschlafenen spanischen Dorf Borja, im Nordosten des Landes. Ein Abbild von Jesus Christus sorgt dort derzeit für Furore. Der Grund: Rentnerin Cecilia Giménez sah sich zur Hobby-Restauratorin berufen und verhalf dem 102 Jahre alten Wandgemälde "Ecce Homo" in der örtlichen Kirche mit Pinsel und Farbe spontan zu großer Medien-Popularität. Mit der spontanen Aktion wollte sie den Zustand des etwas abgenutzten Bildes auf eigene Faust verbessern. Was vorher ein etwas ramponiertes Gemälde des gen Himmel guckenden Sohn Gottes war, sieht jetzt allerdings aus wie ein verschmitzt lächelnder Mönch mit einer Mütze aus Bärenfell, je nach Blickwinkel auch nach einem Monchichi. Aus alt mach neu: So empfinden auch die Bürger Borjas und des Umlands: Rund 18.000 Menschen unterzeichneten inzwischen eine Online-Petition, die sich gegen die Pläne der Stadt stemmt, das Originalbild möglichst wiederherzustellen.

Richtig so! Denn aus alt mach neu könnte auch bei anderen Touristen-Attraktionen Wunder wirken und Kunstwerke in ein völlig neues Licht rücken. Vielleicht wagt sich die Hobby-Restauratorin aus Borja ja auch an die Große Sphinx von Gizeh in Ägypten? Wir haben gehört, diese könnte dringend eine neue Nase gebrauchen. Vielleicht montiert die 80-Jährige ja eine große rote Kugel an dem Gebilde und verleiht ihm so einen Clown-Charakter?

Für ein bisschen Abwechslung würde auch die Einladung der Dame ins Louvre sorgen: Dort befindet sich die Venus von Milo. Die fehlenden Arme könnte man kinderleicht durch Armprothesen vom nächstgelegen Sanitätshaus ersetzen, die mit Hilfe einer Heißklebepistole angebracht werden. Die Mona-Lisa zur Gina Lisa machen? Sicher ein Leichtes!

Und hier noch eine Idee für eine Gruppenaktion: Wenn es mal wieder so richtig heiß wird in Paris, und die Streben des Eiffelturms schön biegsam werden, könnte sich doch eine Gruppe rüstiger Rentner mit Mut zur Veränderung an die Außenseite hängen und das Wahrzeichen zum schiefen Turm von Paris machen. Schon Friedrich Schiller definierte Veränderung schließlich als "Salz des Vergnügens".

Laura Brunner

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