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Kino: Omamamia

Unsere Kino Auswahl der Woche

Omamamia

Omamamia


Eine Privataudienz beim Papst, um all seine kleinen und größeren Sünden abzubüßen, das wäre eine Reise nach Italien allemal wert. Ein Jammer nur, dass es für "Normalsterbliche" regelrecht unmöglich ist, dem römisch-katholischen Oberhaupt auch nur in die Nähe zu kommen.

Das will Oma Marguerita (Marianne Sägebrecht) nicht wahrhaben und beschließt noch einmal in ihre alte Heimat Italien zu fahren, um sich die schon viel zu lange mit sich herumgetragene Schuld endlich vergeben zu lassen. Lieber das, als von ihrer Tochter Marie (Annete Frier) in ein ruhiges, idyllisches Altersheim gesteckt zu werden, damit sie sich nach dem Tod ihres Ehemannes nicht so allein fühlt und unter "Gleichaltrigen" neue Freunde findet.

Einen ersten Zwischenstopp macht Oma Marguerita bei Enkelin Martina (Miriam Stein). Von dieser glaubte die Familie, dass sie als Au-Pair-Mädchen bei einer anständigen italienischen Familie arbeitet, tatsächlich lebt sie jedoch in wilder Ehe mit einem Rockmusiker zusammen, spontan und abenteuerlustig wie die Oma...

Das Chaos scheint aber erst so richtig zu beginnen, als Oma den (nicht-erlaubter) Besuch beim Papst durchziehen will und somit die Polizei sowie den charmanten Lorenzo auf sich aufmerksam macht.

Zu allem Überfluss taucht auch noch Tochter (und Mutter) Marie in Rom auf, um Mutter (und Tochter) von weiteren leichtsinnigen Handlungen abzuhalten und die bereits angerichteten Schäden zu beheben.

Diese temporeiche, unbeschwerte Komödie handelt von drei Frauen aus verschiedenen Generationen, über ihre Lebensweise und ihre Männer. Jede von ihnen will die Anderen von der "richtigen Art" belehren, aber tief im Herzen sind sie doch Familie. Und so verschieden sie auch sein mögen, genauso sehr ähneln sie sich auch und stehen zu einander.

Es ist aber nicht nur ein leichtfüßiger, amüsanter Film über Familienzusammengehörigkeit und den Unterschieden der Generationen (und Kulturen). Vielmehr ist es eine starke Kritik an dem Wiederspruch zwischen idealisierter, aber auch manipulativ genutzter Religion einerseits und flexibel gelebtem Glauben andererseits. Regisseur Tomy Wigand hat somit ein cleveres, unterhaltendes sowie ergreifendes Filmvergnügen auf die Leinwand gebracht, dessen Charaktere in uns die Lust wecken, selber spontan zu sein und Abenteuer zu erleben.

Nach diesem Film will man genau wie die Oma einfach losreisen und das machen, was einem das Leben in dem Moment zuruft. Einfach machen! Die Familie wird einen aus dem Schlamassel schon wieder befreien.

© 20th Century Fox

Datum : 01.11.2012

Note :

Expertennote

Durchnittspreis: 8,00 €

Zu empfehlen für
  •   Jedem, der auch im Alter noch aufregende Abenteuer erleben will
Nicht zu empfehlen für
  •   Katholiken, die keine Kritik am Papst und der Kirche akzeptieren
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