Rennes und Umgebung
Obwohl das Wort Rennes (Ausprache: ?renn?) auf Französisch genauso wie das Wort für "Rentiere" oder "Königin" klingt, handelt es sich weder um die treuen Begleiter des Weihnachtsmanns, noch um die (nicht immer so) treuen Frauen der Könige ...und trotzdem... die Analogien sind zahlreich.Denn gewisse Ähnlichkeiten hat die Stadt Rennes schon mit einer Königin.Einen Titel, eine Funktion und vor allem eine wichtige Rolle, denn Rennes ist bereits seit dem 16. Jahrhundert die Hauptstadt der Bretagne.Sie teilen auch ein von Tragik gekennzeichnetes Schicksal, da der Brand von 1720, der einen Großteil der Stadt vernichtete (über 900 Häuser brannten in einer Woche aus), fast Königsmord gewesen wäre und die Regentin kurz davor war in ewigen Schlaf zu verfallen. Aber nur fast, denn das geschundene Rennes erwachte gleich einer großen Herrscherin zu neuem Leben und verband seine Wunden, um danach mit neuer Kraft zu glänzen.Eine vollkommen königliche Eleganz, die bei jedem Spaziergang durch die Altstadt zu merken ist, wo in kleinen mittelalterlichen Gassen viele Fachwerkhäuser aus dem 15. und 18.Jahrhundert stehen, die den Brand von 1720 überstanden haben oder restauriert wurden. Eine ?leganz, die man zudem jedem der Gebäude ansieht, die dieses Schmuckkästchen umgeben.Zwischen diesen entweder unversehrt geblieben oder zwischen dem 17. und 19. (wieder)aufgebauten Juwelen finden wir Perlen, wie die Basilika Saint Sauveur, mit einer wunderbaren Innenausstattung (Baldachin, Kanzel, Orgel, aus dem 17. und 18. Jahrhundert), oder der Kathedrale Saint Pierre, in deren romanischer Basilika ein wunderbarer gotischer, vergoldeter Holzaltar aus dem 15. Jahrhundert von neoklassischem Dekor eingefasst ist.Aus diesen Edelsteinen ragt insbesondere ein Schmuckstück aufgrund seiner Schönheit hervor: das Parlament der Bretagne, das 1994 durch einen Brand beschädigt wurde, aber zum Glück von echten Goldschmider wieder restauriert wurde.Dieses Gebäude ist mit Sicherheit das bekannteste Denkmal der Stadt und bietet ein sehenswertes königliches und Pariser Dekor aus dem 17. Jahrhundert. Dies erkennt man insbesondere bei einer Besichtigung des Großen Saals (Grand'Chambre, der eine flüchtigen Einblick in die Malerei dieser Epoche bietet), des Rates des Großen Saals (C?ns?il de l? Grand'Chambre) oder des Salle des Pas Perdus.Erinnert man sich wieder an das Wortspiel am Anfang, kann man auch sagen, dass die Stadt Rennes auch gewisse Ähnlichkeiten mit einem Rentier hat.Die Verbindung mit der Natur ist überall in der Stadt zu spüren. Das beginnt schon damit, dass ein riesiger Platz als Grünfläche dient und dass umweltfreundliche Transportmittel bevorzugt werden.In diesem Sinn ist das Fahrrad die ideale Wahl für eine Tour vom französischen zum englischen Garten im Thabor-Park, der im 19. Jahrhundert angelegt wurde und sich über zehn Hektar Grünfläche erstreckt.Doch genau wie die Begleiter des Weihnachtsmannes, die einen Schlitten voller Geschenke ziehen, so hat auch Rennes zahlreiche Überraschungen zu bieten, sowohl kultureller als auch unterhaltsamer Natur.Am Tag lockt das Museum der Schönen Künste und seine Sammlung von Gemälden vom 15. Jahrhundert bis heute Kunstliebhaber an, während auf den Champs Libres, einer neuen Kultureinrichtung, mit Gemeindebibliothek, Wissenschaftsraum (Espace des Sciences) und Bretagne-Museum die Gäste von der Bretagne ins Weltall reisen können.Am Abend gewinnt das Studentenleben die Überhand, mit einer Auswahl an Konzerten, Bars, Theaterstücke und Filmvorführngen.Schlussendlich kann man festhalten, dass Rennes die Königin unter den Rentieren ist!
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