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Der Regionale Naturpark Luberon

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Der Regionale Naturpark Luberon

Das provenzalische Colorado, Frankreich Das provenzalische Colorado Die ehemaligen Ockersteinbrüche eignen sich bestens für schöne Spaziergänge inmitten einer atemberaubenden Landschaft, die auch oft als Kulisse von Kinofilmen dient. © Isabelle Rozenbaum - age fotostock

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Die Besonderheiten des Luberon werden im 'Maison du Parc du Luberon', einem vornehmen Privathaus aus dem 18. Jahrhundert in der Altstadt von Apt gezeigt. Der Besuch dieses Hauses vermittelt dem Besucher einen ersten Einblick in die Landschaft des Luberon, die im Hinblick auf ihre geologische und natürliche Beschaffenheit sowie die Besiedelung durch den Menschen (Ausstellung paläontologischer Fundstücke) beleuchtet wird. Auf diese Weise wird die Besichtigung des Naturparks informativer und auch spannender. Im 'Maison du Parc' erhält man die verschiedensten Informationen zu zahlreichen Themen. Ergänzt werden diese durch eine interaktive Infosäule sowie durch Videos und Wechselausstellungen, mittels derer man die wunderschönen und oftmals überraschenden Seiten dieser Region entdecken kann.
Im Shop sind als zusätzliche Orientierungshilfen Karten, Topoguides, Bücher und Plakate erhältlich.
Geöffnet Montag bis Freitag von 8.30 - 12.00 und von 13.30 - 18.00 Uhr (Eintritt: 1,50 Euro pro Person).

Der 165.000 Hektar große Naturpark Luberon zwischen Cavaillon und Villeneuve im Departement Alpes-de-Haute-Provence erstreckt sich zu beiden Seiten des Luberon-Gebirges. In den über 71 Gemeinden leben 155.000 Menschen.
Das weitläufige Gebiet kann mit nicht weniger als fünf unterschiedlichen Ökosystemen aufwarten: Garigue (Strauchheideformationen), Almwiesen, Eichenwälder, steile Felshänge und den Höhenzug "Petit Luberon".
Die Heidelandschaft erstreckt sich über den Südhang des Luberon-Gebirges. Die kalkreichen, felsigen Böden sind ideal für das Gedeihen von buschigen Sträuchern und Gräsern, die typisch für die Garigue-Vegetation sind. Entscheidend für die Art der Heidelandschaft ist jedoch die Bodenbeschaffenheit. Auf leichten Böden findet man eher von Kermeseichen beherrschte Heidelandschaften, während auf kompakteren Böden vor allem Rosmarinsträucher den Ton angeben.
Zwei interessante Tierarten fühlen sich in dieser Vegetation besonders wohl: Die Perleidechse (Timon lepidus) ist mit 60 cm Länge die größte Eidechsenart Europas. Die männlichen Artgenossen wechseln während der Paarungszeit die Farbe, wobei sich an den Flanken blaue Ocellen bilden. Die Etruskerspitzmaus (Suncus etruscus) wiederum ist mit einem Gewicht von 1,5 bis 2 Gramm und einer Länge von 6 cm das kleinste Säugetier der Welt. Man findet sie vor allem in Heidelandschaften wie der Garigue, aber auch in Wohnhäusern und auf Brachland.
Die durch die Witterungsbedingungen (Wind, sommerliche Trockenheit, niedrige Temperaturen im Winter) und die Weidewirtschaft geformten Almwiesen sind mit niedriger Vegetation sowie Kriechpflanzen bewachsen. Diese auf den ersten Blick karg wirkende Vegetation verwandelt sich im Frühjahr in einen dichten Gräserteppich (u.a. Schaf-Schwingel, Aufrechte Trespe), in dem wilde Orchideen (Männliches Knabenkraut sowie die unter Naturschutz stehende Bertolonis Ragwurz) sowie verschiedene Ginster- ("Genista villarsii") und Alant-Arten ("Inula montana") fröhliche Farbakzente setzen.
Diese blütenreiche Pracht ist auch ein Paradies für zahlreiche Schmetterlinge, darunter den unter Artenschutz stehenden Apollofalter mit seinen strohfarbenen, schwarz-rot gepunkteten Flügeln. Mit viel Glück bekommen Sie vielleicht sogar eine Zaunammer zu Gesicht ? eine Sperlingsvogelart, die allerdings leichter zu hören als zu sehen ist.
Die Nordhänge mit ihren tiefgründigen Böden und kühlen Temperaturen bieten ideale Bedingungen für die Weiß- und Flaumeiche. Diese sommergrünen Laubbäume sorgen vor allem im Herbst, wenn sich ihre Blätter gelb und braun färben, für einen wunderschönen Anblick, lassen aber gleichzeitig genügend Licht bis zum Boden durchdringen, um die Entwicklung einer artenreichen Flora zu ermöglichen. Zu sehen sind vor allem die (geschützte) "Frascinelle", eine Blume, deren Blätter denen der Esche ähneln und die einen Zitronenduft verströmt, sowie der in den kühlen Wäldern beheimatete Nebelgraue Trichterling, über dessen Genießbarkeit unterschiedliche Meinungen im Umlauf sind. Zu den Gesangskünstlern dieses Waldes zählen die Waldschnepfe und der Kleiber (ein kleiner Sperlingsvogel).
Die forstwirtschaftliche Nutzung des Eichenwalds durch den Menschen (Holzkohle, Heiz- und Bauholz) hat jedoch den Boden ausgemergelt, die Erosion gefördert und den Weg bereitet für die Grüneiche, die sich zuvor bevorzugt auf den kargen und trockenen Böden des Südhangs entwickelte.
Im Gegensatz zur Weißeiche besitzt die Grüneiche die für die Mittelmeerregion typischen immergrünen Blätter und bildet ein dichtes, schattiges und dunkles Unterholz mit verschiedenen Buscharten, die sich ebenfalls an die trockenen Böden angepasst haben.
Hier leben der Eichelhäher, der sich, wie der Name schon sagt, vor allem von Eicheln ernährt und diese möglichst großflächig verstreut, die Mönchsgrasmücke, deren Gesang dem der Nachtigall oder der Drossel ähnelt und auch die Waldohreule, die ansonsten häufiger in Nadelwäldern anzutreffen ist. In diesem fast undurchdringlichen Unterholz wächst auch der Mäusedorn, der in der Provence traditionell für die Weihnachtsdekoration verwendet wird. Selbst eine Lianenart ist hier beheimatet: die Levantinische Krappwurzel.
Hobby-Ornithologen kommen im Bereich der steilen und zerklüfteten Felshänge sowie der Schluchten, Höhlen und Geröllfelder auf ihre Kosten, denn diese wilden Landschaftsformen sind das Reich der Greifvögel. Besonders bemerkenswert sind die Habichtsadler, die in den steilen Felswänden leben (im Luberon allerdings nur noch mit einem Pärchen vertreten sind), sowie der aasfressende Schmutzgeier, die letzte in der Provence beheimatete Geierart.
Aufgrund der extrem felsigen Böden ist die Flora in diesem Gebiet relativ karg und besteht zum größten Teil aus Pflanzen, bei denen Wurzeln und unterirdische Ausläufer für Stabilität sorgen (wie Laserkraut, Rosmarin-Weidenröschen oder Scharfer Mauerpfeffer). Wie der Regionalpark selbst zeichnet sich auch der "Petit Luberon" durch ein sehr abwechslungsreiches Relief und eine vielfältige Pflanzenwelt aus. Die aus steilen Felswänden und Erosionstälern bestehende Landschaft bietet einen idealen Lebensraum für Reptilien und Greifvögel. Ein beschilderter Botanik-Lehrpfad, dessen Ausgangspunkt in einem prachtvollen Zedernwald liegt, vermittelt zudem einen Überblick über die heimische Flora.

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