Fes, die spirituelle Stadt Gegerbte Tierhäute auf den Ruinen der Grabstätte der Meriniden-Sultane aus dem 14. Jahrhundert. ImageSource/ Age Fotostock
Fes ist die kulturelle Hauptstadt Marokkos. Für eine Entdeckung aller ihrer Facetten sind mindestens zwei Tage nötig. Fahren Sie mit dem Auto die ockerfarbenen Stadtmauern entlang und begeben Sie sich dann zu den merinidischen Gräbern. Von den Ruinen der Totenstadt aus hat man einen Blick über die "kaiserlichste der kaiserlichen Städte". Innerhalb der Stadtmauern bewegen sich in Fes el Bali die bunten Menschenmengen durch die Gassen und Passagen, die in das Viertel Qaraouiyyin führen. Im Herzen der Medina geht es über den Souk der Färber zum Seffarin-Platz, Hochburg der Kupfer- und Messingarbeiter. Darauf folgen der Bereich der Gerber, der Souk der Tischler, der Henna-Markt und schließlich die Koranschule Medersa el-Attarin, ein im 14. Jahrhundert errichtetes Meisterwerk der merinidischen Kunst. Ihr Bronzeportal gibt den Blick auf den marmorgepflasterten Innenhof mit feinen Säulen frei. Schauen Sie beim Verlassen des Bauwerks in Richtung des Hauptzugangs zur Rue Bou Touil ? hier können Sie einen Blick in das Innere der Moschee el Qaraouiyyîn erhaschen, in der bis zu zwanzigtausend Gläubige Platz finden. Etwas weiter versperren Holzbalken die Straßen rund um "Zaouïa de Moulay Idriss"; so wird verhindert, dass Tiere sich in diesen heiligen Bezirk der Stadt verirren. Der Ort ist das Pilgerziel vieler Marokkaner. Einer der schönsten Brunnen der Medina befindet sich auf dem Platz Nejjarîn: ein mit Fliesen verziertes Becken mit einem geschnitzten Vordach aus Zedernholz, welches mit grünen Ziegeln bedeckt ist. Weiter geht's ins Viertel Fes el Jedid, das im 13. Jahrhundert hinzukam. Auf dem Platz der Alaouiten sind die prunkvollen Flügelpforten des Königspalastes zu sehen, anschließend führt die von Häusern im spanischen Stil gesäumte Rue Bou Khessissat zum Alten Mechouar: ein langgezogener, von Mauern umgebener Platz. Nehmen Sie sich das Andalusierviertel und die Besichtigung des Innenhofs der Merdersa Es-Sahrij mit ihrer großen Brunnenschale für einen anderen Tag vor. Ganz in der Nähe kündigt ein riesiges Portal die im 9. Jahrhundert erbaute Andalusiermoschee an. Begeben Sie sich schließlich wieder zum Bab Boujeloud und genießen Sie die farbenfrohen Geschäfte in der Rue Taala Kebira. Ein Muss ist außerdem die Medersa Bou Inania, die im 14. Jahrhundert von Sultan Abou Inan gegründet wurde. Ihren Eingang schmückt eine geschnitzte Holzdecke in Kuppelform. Marmor und Onyx bedecken den Boden des Innenhofs; der Gebetssaal ist Besuchern zugänglich.
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