Bald gigantische Europa-City mit Hotels und Skihalle vor Paris?
Geposted 17.10.2014

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Eine Megacity neben der Megacity - in der Gegend um die Millionenstadt Paris soll bis 2025 eine sogenannte "Europacity" entstehen. Das kann man als eine Mischung aus Einkaufs- und Freizeitzentrum plus Unterkünfte verstehen. Die "Bewohner" sollen die Möglichkeit haben, in 500 Geschäften zu shoppen, ihr Abendprogramm in Konzertsälen und Restaurants zu verbringen und sich in Erlebnisbädern und einer riesigen Skihalle sportlich auszutoben.

Europacity im Norden von Paris

Europacity im Norden von Paris
© Franck Iren

Das Umland des beliebten Paris ist finanziell angeschlagen - kann die Europacity helfen?

Eine Megacity neben der Megacity - in der Gegend um die Millionenstadt Paris soll bis 2025 eine sogenannte "Europacity" entstehen. Das kann man als eine Mischung aus Einkaufs- und Freizeitzentrum plus Unterkünfte verstehen. Die "Bewohner" sollen die Möglichkeit haben, in 500 Geschäften zu shoppen, ihr Abendprogramm in Konzertsälen und Restaurants zu verbringen und sich in Erlebnisbädern und einer riesigen Skihalle sportlich auszutoben.

Ein grünes Dach aus Bergen und Tälern

Das Milliardenprojekt von der französischen Warenhauskette Auchan soll das geschwächte Pariser Umland beleben und Geld in die Kassen bringen, erhoffen sich Lokalpolitiker. Die Stadt, in die fast zwei Milliarden Euro investiert werden, soll auf einem Ackerland im nördlichen Gonesse gebaut werden, nahe des Flughafens Charles de Gaulle. Projektleiter Christophe Dalstein erklärt: "Es geht darum, ein neues Stück Stadt zu schaffen, mit Parks und Straßen." Daher sei "Europacity" weder als klassisches Einkaufszentrum noch als typischer Freizeitpark geplant, sondern als eigene Stadt. Es hört sich nach einem hübschen Plan an, den der dänische Architekt Bjarke Ingels entworfen hat: Europacity soll unter einem riesigen, begrünten Dach entstehen, das wie Berge und Täler wirken soll. Eine neue U-Bahn-Linie soll für den schnellen Transport von und zum Konsumtempel sorgen - es wird mit 30 Millionen Besuchern jährlich gerechnet.

Verschwendung von Ackerfläche vs. 17.500 neue Jobs

Doch es sind längst nicht alle von dem Vorhaben überzeugt, das das größte privatfinanzierte Bauprojekts Frankreichs wäre. Der größte Kritikpunkt ist die Bebauung von Ackerfläche. "Das sind die landwirtschaftlichen Flächen, die am nächsten an Paris liegen, Böden von hervorragender Qualität", empört sich Umweltschützer Bernard Loup. Diese würden für die Selbstversorgung der Region benötigt. Auch für die Landwirte, die derzeit die betroffene Ackerfläche betreiben, fürchten um ihre Zukunft. Auf der anderen Seite wird mit der Aussicht auf 17.500 Arbeitsplätze argumentiert, die durch Europacity entstehen sollen. Ob das Projekt nun wirklich alle nötigen Stimmen überzeugt, wird sich zeigen.

Quelle: Spiegel Online, Schweizer Hotellerie