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Norwegen plant Tourismuslimit für seine beliebtesten Naturwunder
Geposted 25.10.2016

NaturNorwegen

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Die Naturwunder Norwegens zittern unter den Horden von Touristen. Die Massen, die das atemberaubende Land über das ganze Jahr besuchen, können aber nicht nur der Natur Norwegens, sondern auch den Touristen selbst zum Verhängnis werden.

Höchste Gipfel und tiefste Täler - Norwegen ist ohne Zweifel einer der schönsten und fotogensten Orte der Welt. Durch das Teilen der atemberaubenden Bilder einer überwältigenden Fülle und Einzigartigkeit der norwegischen Natur, zieht das Land jedes Jahr mehr und mehr Menschen magisch an.

Preikestolen

Preikestolen
© cookelma/123RF

Für die Tourismusindustrie Norwegens mögen die stetig steigenden Zahlen eine gute Nachricht sein. Naturschützer wiederum fürchten um die schädlichen Einflüsse auf ihre liebsten heimatlichen Landschaften.

Einer der beliebtesten Touristenattraktionen ist zum Beispiel der Preikestolen. Die natürliche Felsplattform liegt in unglaublichen 604 Metern Höhe über dem Lysefjord und bietet einen atemberaubenden Ausblick auf die Berge und das Tal. Schon im Jahr 2009 kamen hier 60.000 Besucher am Tag, um die tiefen Schluchten hinunter zu blicken. Heute zählt man dagegen allerdings schon 300.000 Menschen am Tag.

Ebenso ereignete es sich am berühmten Felsvorsprung Trolltunga, der in beeindruckenden 700 Metern über dem Ringedalsvatnet Fluss liegt. In fünf Jahren sind die Zahlen hier von 1.000 auf 100.000 Besucher gestiegen.

Friluftsv, Norwegens führende Klettern-und Outdoor Vereinigung fordert ein Limit für Touristen, um ihre innig geliebte Natur zu schützen. Dabei soll ein besonderes Augenmerk auf der Regulierung der Zahlen an den berühmtesten Naturwundern Norwegens gelegt werden. Gruppenleiter Lasse Heimdal warnte und betonte, "wie wichtig es ist, von nun an Maßnahmen zu ergreifen, die dafür sorgen, dass unsere Natur und unser Outdoor-Leben sichert."

Lebensgefahr für das perfekte Foto

Lebensgefahr für das perfekte Foto
© Violin/123RF

Zudem bringen sich die Touristenmassen beim Wandern und Klettern auch selbst in Gefahr. Viele von Ihnen unterschätzen oft die körperliche Herausforderung solche Berge zu erklimmen. Teilweise ohne Wandererfahrung ziehen sie alleine los, so dass früher oder später die Norsk Folkehjelp (örtliche Hilfe) kommen muss und sie rettet. Allein im letzten Jahr wurden 34 Notfälle zur örtlichen Station an der Basis des Preikestolen gebracht.

Und selbst wenn sie sicher angekommen sind, die Klettertour also hinter sich gebracht haben, sind einige Touristen nicht vor sich selbst zu schützen. So stürzte im letzten Jahr eine australische Studentin in den eigenen Tod, als sie versuchte das perfekte Selfie vom beliebten Trolltunga-Felsvorsprung zu machen. Ein norwegischer Tourismus Guide sprach von einer "Tragödie, die früher oder später passieren musste."

Um eben solche Tragödien zu vermeiden und die Natur vor dem Massentourismus, sowie die Touristen selbst zu schützen, fordert die norwegische Tourismusorganisation ein neues Gesetz zur Regulierung der Touristenzahlen.

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