Geposted 11.05.2015

#Wirtschaft #Die Vereinigten Emirate

Unterwasser Tennisspielen in Dubai

TENNIS - Ein kreativer Architekt hat ein Unterwasser-Tennisstadium entworfen, das in den kommenden Jahren in Dubai erbaut werden soll. Von der einstigen Rezession vor fünf Jahren ist nichts mehr in dem Emirat zu spüren.

In naher Zukunft könnte die Wunderwelt Dubais um ein weiteres erstaunliches Stück an Architektur erweitert werden. Vor fünf Jahren stand das Land noch am Rande des Bankrotts, doch nun wird wieder fleißig gebaut in dem Land der exzentrischen Megabauten. Krzysztof Kotala, ein polnischer Architekt, hat den ersten Entwurf eines Unterwasser-Tennisstadiums fertiggestellt. Kotala will sein ambitioniertes Projekt den lokalen Banken präsentieren, um dieses durch die finanzielle Hilfe Wirklichkeit werden zu lassen. Er glaubt, dass dieses Projekt einen noch größeren kommerziellen Gewinn als die bisher erbauten Supergebäude abwerfen wird.

Tennis ist ein sehr beliebter Sport in Dubai, daher wäre der außergewöhnliche Ort eine Bereicherung für Dubai, da die Zuschauer neben den Tennismatch die maritimen Unterwasserwelten bestaunen können. Das Stadion soll zudem als Hotel fungieren und andere Luxus-Sortimente erhalten, die den extravaganten Geschmack des Publikums treffen sollen. Allerdings nimmt das Megaprojekt eine Menge an Zeit in Anspruch und bedarf vieler Ressourcen.

Unterwasser Wimbledon

Unterwasser Wimbledon

© Courtesy 8 + 8 Concept Studio

Ingenieure haben bereits heftig über die Machbarkeit des Projekts debattiert. Erstens würde man für die transparente Decke eine rießige Glasscheibe benötigen, die "möglicherweise Hundert Tonnen wiegen wird", so Sarah Fray, die Direktorin des technischen Services an der Institution of Structural Engineers in London. Das Glas müsse überdies an den Rändern sehr viel dicker sein als im Zentrum des Glasbogens. "Je mehr Verbindungsstücke von Nöten sind, desto wahrscheinlicher kann es zu Lecks kommen", warnte Fray.

Die Anlage müsste gegen Erdbeben und Tsunamis resistent sein und etliche Notausgänge besitzen. Das eindringende Sonnenlicht könnte die Tennisspieler blenden, wenn die Strahlen durch das Glas und das Wasser gebrochen werden. "Ich könnte mir vorstellen, dass die Fische störend auf die Spieler wirken könnten", fügte Fray hinzu.

Dubai ist Heimat vieler seltsamer und wunderbarer architektonischen Meisterwerke, wie von den drei künstlichen, kilometerlangen Inseln in Palmenformen, dem höchsten Turm der Welt oder dem größten Flughafen der Erde. Auf den Airport von Dubai, den Dubai World Central Airport, landet alle 39 Sekunden ein Jet. Der Flughafen soll in der nahen Zukunft bis zu 200 Millionen Passagiere pro Jahr abfertigen können.

"Ordinary is for other people"

Auf einer gigantischen Werbetafel verkündet der Herrscher Scheich Mohammed Al Maktum "Ordinary is for other people" (Gewöhnliches ist nichts für uns). Das zeigte auch der Beschluss des Scheichs im Jahr 2014, der vorsieht das größte Shoppingcenter der Menschheitsgeschichte konstruieren zu lassen. Es würde mit seiner Fläche 630 WM-Fußballfelder umfassen. 100 Hotels, Tausende Geschäfte und zum krönenden Abschluss ein Vergnügungspark, sollen dem Emirat zum Weltrekord verhelfen. Daher könnte das Unterwasser-Tennisstadium vielleicht ebenfalls bald in die Liste der extravaganten Bauten aufgenommen werden. Das wäre im Vergleich zum Shoppingcenter ein regelrechter Klacks.

Quelle: Spiegel online