Geposted 19.01.2021 (Bearbeitet am 21.01.2021)

#Kultur #

Wie die asiatische Street Food-Szene um ihre kulturelle Existenz kämpft

Shilin Nachtmarkt in Taipeh© Natthapon Ngamnithiporn/123RF

Wer schonmal in einigen asiatischen Ländern reisen konnte, hatte bestimmt auch die Gelegenheit in diversen Street Food-Straßen sich mit den leckeren asiatischen Traditionsgerichten vertraut zu machen. Nun schein die Street Food-Kultur durch Gentrifizierung, einer alternden Bevölkerung und der Corona-Pandemie bedroht zu werden. Schafft es die Street Food-Kultur in Asien weiterhin zu überleben?

Seit mehr als einem Jahrzehnt kämpft die asiatische Street Food-Kultur um die Aufrechterhaltung ihrer Existenz. Staatliche Interventionen durch Gentrifizierung und ein härteres Durchgreifen durch strengere Verordnungen erschwerten in den letzten Jahren vielen Straßenverkäufer das Leben in dynamischen Orten wie in Taipehs Shilin-Nachtmarkt. Da die Street Food-Kultur seit einiger Zeit vom ausländischen Tourismus abhängig ist, befürchten viele nun aufgrund der Corona-Pandemie und den fehlenden Touristen einen baldigen Untergang einer einzigartigen Esskultur in Asien, die bereits seit mehreren Jahrhunderten existiert.

Die Stände in der Street Food-Szene dienen dabei für Menschen aus der Unterschicht als Einkommensquelle, in dem sie meist traditionelle Gerichte für einen günstigen Preis in belebten Straßen verkaufen. Besonders in den 80er- und 90er-Jahren etablierte die Street Food-Kultur wie unter anderem in Taiwan und weiteren asiatischen Ländern sich zu einem erfolgreichen Geschäft für viele Straßenverkäufer, die mit den Einnahmen ihren Kindern eine bessere Schulbildung finanzieren konnten.



Ein Wandel in der Street Food-Kultur

Mit der Zeit jedoch trugen verschiedene Faktoren dazu bei, dass der einstige Charme der Street Food-Kultur mehr und mehr verloren ging und die Gerichte homogener wurden, um sich dem Geschmack von internationalen Touristen besser anpassen zu können. Staatliche Eingriffe in Form von Gentrifizierungsmaßnahmen verdrängten die Essensstände in die Peripherien der Städte, um Räume im Stadtinneren zu schaffen für internationale Ketten wie Starbucks. Zudem wurden durch eine strengere Reglementierung der Lizenzvergabe für Essensstände ein Besitzerwechsel erschwert, sodass viele Straßenverkäufer beim Eintritt ihrer Rente ihre Stände schließen mussten. Zusätzlich zu den ganzen Schwierigkeiten sorgte die Corona-Pandemie für menschenleere Straßen. Selbst heute wo in einigen Orten in Asien Lockdown-Lockerungen stattgefunden haben, scheint die Situation sich für viele Straßenverkäufer verändert zu haben zumal auch kaum internationale Touristen in Asien Urlaub machen und die einheimische Kundschaft die



Essenstand in Bangkok

Essenstand in Bangkok

© Aliaksandr Mazurkevich/123RF

Förderung von kulturellen Einrichtungen

Mittlerweile haben viele asiatische Staaten dieses Problem erkannt und versuchen nun für die Zukunft kulturelle Einrichtungen zu fördern, die das Interesse der Street Food-Kultur sowohl für junge Leute wecken wollen, als auch Straßenverkäufer hinsichtlich von Hygienevorschriften besser ausbilden. Zudem sollen Gerichte sich nun mehr an den Geschmack der lokalen Bevölkerung fokussieren. Ob damit die Zukunft der Street Food-Kultur bestehen bleiben kann, wird man in nächster Zeit genauer beobachten können. Viele sind sich dennoch sicher, dass die Street Food-Kultur weiterhin existieren wird.