Entdecken Sie Die Famadihana oder die Rückkehr der Toten Madagaskar

Überall in Madagaskar werden die Vorfahren hochverehrt. Im Herzen des Hochlandes gibt es seit ewigen Zeiten eine Zeremonie, an deren Ursprung sich niemand mehr erinnern kann: die Famadihana. In jedem Jahr werden von Anfang Juni bis Ende September in den Dörfern die Gräber geöffnet und die Lebenden lassen ihre Toten auf großen Festen tanzen. Die fälschlich als ?Rückkehr der Toten? bezeichnete Famadihana eines Vorfahren wird mindestens alle fünf Jahre durchgeführt. Die Entscheidung zur Durchführung dieser Zeremonie unterliegt häufig einem übernatürlichen Phänomen; in einem Traum sagt zum Beispiel ein toter Angehöriger einem Nachkommen, dass ihm kalt ist. Eine Famadihana ist teuer (man muss drei Tage lang alle Angehörigen, Dorfbewohner und Geladenen - mehrere hundert Personen - beköstigen und ?Mpihira gasy?- und ?Vako-drazana?-Musiker einladen. Alle Familienmitglieder, die dazu in der Lage sind, leisten dazu einen Beitrag. Nach einem ?Fomba? (Zeremonie, bei der um den Rat der Vorfahren gebeten wird, danach wird unter den Lebenden und Toten Rum ausgeschenkt), legen Astrologen, die der Familie verbunden sind, den Tag und die Stunde für den Anfang und das Ende der Famadihana-Feierlichkeiten fest.
Wenn der Tag gekommen ist, werden die Gräber geöffnet und die Vorfahren werden in neue Matten gewickelt. Die Männer heben sie aus den Gräbern. Sofort übernehmen die Angehörigen und Freunde die Leiche und tragen sie in einem sehr schnellen Tanz herum. Dann hört der Tanz auf. Die Leichen werden auf den Boden gelegt und von den engsten Familienmitgliedern umringt. Die Angehörigen schenken jedem Vorfahren ein neues Leichentuch. In das Tuch wird eine Flasche Rum, ein Foto oder Geld gesteckt. Dies sind die Geschenke der Lebenden an ihre Verstorbenen. Lachen und Weinen, Freude und Traurigkeit mischen sich. Ein Moment der Andacht: Hände legen sich mit leichtem Druck auf die neu eingewickelten Toten. Man berührt die Vorfahren, um ihnen ?Zärtlichkeit zu geben?, oder man bittet sie in einem stillen Gebet um Rat oder Hilfe. Plötzlich zieht sich die ganze Gruppe zurück, die Leichen werden auf den Armen von Dutzenden von Personen geschwenkt, dann in die Luft geworfen, geschüttelt und in einem wilden Farandole-Tanz mitgenommen. Die Tänzer bewegen sich mehrmals um das Grab herum, dann kehren die Toten für fünf weitere Jahre in die Einsamkeit ihrer ewigen Wohnstatt zurück. Der Tag wird von ?Hira Gasy?-Vorführungen gekrönt. Es gibt noch einmal ein Festessen und ein Fest, bei dem die Dorfbewohner die ganze Nacht um die ?Vako-drazana?-Orchester herumtanzen.

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    Famadihana oder die Rückkehr der Toten

    Die Famadihana ist eine sehr eigenartige Zeremonie zu Ehren der Verstorbenen. Im Gegensatz zu westlichen Bräuchen wird der Tod nicht unbedingt von Trauer begleitet.

    © MATTES Rene
  • Die Famadihana oder die Rückkehr der Toten , Madagaskar
    Der Famadihana-Brauch

    Famadihana ist die Tradition, im Rahmen einer Zeremonie die Knochen eines Verstorbenen auszugraben und im Anschluss erneut zu bestatten.

    © Easyvoyage.com

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