Stellenabbau im Britischen Königshaus
Geposted 17.09.2020

GesellschaftGroßbritannien

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Die aktuelle Tourismuskrise trifft auch das britsche Königshaus: Durch fehlende Einnahmen sieht das Royal Collection Trust vor 400 Stellen zu streichen sowie Gehälter- und Renten zu kürzen.

Die britische Parade vor dem beliebten Buckingham Palace

Die britische Parade vor dem beliebten Buckingham Palace
© coward_lion/123rf

Angesichts der aktuellen Pandemie, die eine Tourismuskrise auch in London herbeigeführt hat, werden im Britischen Königshaus über 400 Angestellte entlassen. Da besonders in der Hochsaison zwischen Juni bis Oktober das Buckingham Palace für viele Besucher geschlossen blieb und weiterhin bleibt, wurde den Angestellten des Buckingham Palace mitgeteilt, dass ihre Dienste nicht mehr benötigt werden.

Die Angestellten bekamen zu Beginn des Jahres die Bestätigung für ihre Arbeit in Form eines Dreimonatsvertrags, um beim beliebten Palast als Tourguides oder auch als allgemeine Unterstützung während der Sommersaison auszuhelfen. Jedoch meinte ein Sprecher der sogenannten Royal Collection, dass für die knapp 400 entlassenen Mitarbeiter die Option besteht, die Jobangebote für 2021 wahrzunehmen- in der Hoffnung, dass die allgemeine Corona-Situation sich bis dahin verbessert hat.

Aber auch Festangestellte des ''Royal Collection Trust'' (RCT) haben mit Gehalts- und Rentenkürzungen zu kämpfen, weshalb vor kurzem ein stiller Protest vor den Toren des Windsor Castles stattfand, um gegen die bevorstehenden Maßnahmen zu demonstrieren. So hatten einige Demonstrierende Plakate mit den Worten ?'Loyalty is a two-way street'' (zu deutsch:''Loyalität ist eine zweispurige Straße'') oder ?'King Henry cut off heads... now they want to axe our jobs and cut our pensions'' (zu deutsch:''König Heinrich schlug Köpfe ab ... jetzt wollen sie unsere Arbeitsplätze streichen und unsere Renten kürzen'').

Ob der stille Protest was ändern wird und die ''Gewerkschaft für öffentliche und kommerzielle Dienstleistungen'' (PCS) was erreichen können, wird sich in nächster Zeit zeigen. Auch wenn sehr hohe Verluste durch die Pandemie dieses Jahr erzielt wurden, kritisieren viele betroffene Angestellte das Vorhaben: "Selbst wenn man die Probleme der Pandemie berücksichtigt, glauben die betroffenenen Mitarbeiter, dass das Königshaus über genügend Vermögen verfügt, um den momentanen finanziellen Sturm zu überstehen, insbesondere nachdem man in den letzten Jahren Rekordzahlen beim Kartenverkauf und im Einzelhandel verzeichnet hat.''.

Dies wiederum sieht der Sprecher des RCT anders und sieht Kürzungen im Personal als wichtige Maßnahme, um Einbußen zu kompensieren und fortlaufende Kosten zu beschränken. So werden momentan neben Kürzungen auch ein freiwilliges Abfindungsprogramm für die Festangestellten des Königshauses vorgesehen