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Der alarmierende Bericht des WWF
Geposted 02.04.2019

NeuigkeitenSchweiz

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Mit einem Aufruf zum Handeln veröffentlichte der WWF (World Wide Fund For Nature) am 5. März 2019 einen Bericht zur weltweiten Plastikverschmutzung und richtete gleichzeitig eine Warnung an die Menschheit. Die Organisation ist besorgt um die zunehmende Abhängigkeit der Menschheit von Plastikprodukten und deren Auswirkungen auf die Umwelt. Jedes Jahr werden Millionen Tonnen Plastik produziert, ist es nicht langsam Zeit dem Einhalt zu gebieten?

Kunststoff-Abhängigkeit

Kunststoff-Abhängigkeit
© Nadejda Panina/123RF

Ein Leben ohne Kunststoff ist heute so gut wie undenkbar: Einkaufstüten, Spielzeuge, Wasserflaschen und sogar Textilien enthalten Plastik oder werden daraus hergestellt. Allein im Jahr 2016 wurden 335 Millionen Tonnen Kunststoff produziert und es ist keine Besserung in Sicht... im Gegenteil! So soll die Plastikproduktion bis voraussichtlich 2030 um 40% angehoben werden. Wenn sich nichts ändert, werden bis 2050 weitere 34 Milliarden Tonnen Kunststoff produziert werden.

Die Natur leidet

Die Natur leidet
© anolis01/123RF

Aber wo landet das ganze Plastik? Da es sich nicht biologisch abbauen lässt, landet ein Großteil auf Mülldeponien oder... in der Natur. Etwa 32 Millonen Tonnen Plastikmüll gelangen jährlich in die Umwelt, ungefähr ein Drittel davon landet im Meer. 86 Millionen Tonnen schwimmen bereits in unseren Ozeanen und es werden von Tag zu Tag mehr. Fischernetze und Plastiktüten, scharfe Kunststoffschnipsel oder Mikroplastik. Schätzungen des WWF zufolge sterben jährlich rund 1.000.000 Seevögel und 100.000 Meeressäuger an unserem Plastikmüll. Sie ersticken oder verfangen sich darin und erleiden einen qualvollen, langsamen Tod.

Was tun?

Um zu verhindern, dass die Kunststoffproduktion wie geplant um 40% angehoben wird, müssen wir alle an einem Strang ziehen. WWF-Präsidentin Isabelle Autissier machte deutlich, dass "wir süchtig nach Plastik geworden sind, wenn wir bei gewissen Alltagsgegenständen sehr gut darauf verzichten könnten". Tatsächlich könnte die allmähliche Beseitigung von Kunststoffprodukten aus dem Haushalt wie Besteck, Bechern oder Strohhalmen die Kunststoffnachfrage bis 2030 sogar um 40% senken, anstatt sie zu erhöhen. Darüber hinaus will Europa bis 2020 acht solcher Objekte verbieten. Im Januar beantragte der Senat jedoch dieses Verbot zu verschieben, um die Arbeitsplätze in den betroffenen Sektoren zu erhalten.