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Ein Foto als Souvenir aus Kyoto für 83 Euro
Geposted 19.11.2019

NeuigkeitenJapan

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In der ehemaligen Hauptstadt Japans ist in mehreren Vierteln ein Fotografierverbot mit hohen Bußgeldern eingeführt worden. Die Stadt Kyoto geht damit gegen das rücksichtlose Verhalten mancher Touristen gegenüber den Geishas vor. Eine Vereinigung von Bewohnern und Ladenbesitzern setzte die neue Regelung durch.

Japan verzeichnete in den letzten Jahren einen rasanten Anstieg an Besuchern. 2018 reisten erstmals über 31 Millionen Touristen in das Land. Die Regierung fördert diese Entwicklung und setzte sich zum Ziel, bis zum Jahr 2030 gar 60 Millionen Gäste im "Reich der aufgehenden Sonne" willkommen zu heißen. Auch für das nächste Jahr wird aufgrund der Olympischen Sommerspiele, die 2020 in Tokio stattfinden werden, ein hoher Besucherandrang erwartet.

Kyoto

Kyoto
© Andrey Omelyanchuk/123RF

Besonders beliebt bei Reisenden ist Japans einstige Hauptstadt Kyoto, welche mit vielen Palästen, Schreinen und Parks aufwartet. Der historische Stadtteil Gion lockt mit seinen traditionellen Steingebäuden, Restaurants und Tee-Häusern sowie den zahlreichen kleinen Gassen viele Touristen an. Außerdem gilt Gion als das bekannteste Geisha-Viertel Japans, denn es können an öffentlichen Plätzen, vor allem in der malerischen Hanamikoji-Straße, häufig Geishas angetroffen werden. Die Unterhaltungskünstlerinnen tragen üblicherweise weiße Schminke, einen hochgesteckten Haarknoten sowie einen eleganten Kimono. Der Tanz und die Musik sowie Teezeremonien und Konversationen gehören zu ihrem Beruf.

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© primagefactory/123FR

Schattenseiten des Tourismus

Das unsittliche Verhalten mancher Besucher sorgte jedoch zunehmend für Unmut bei den Geishas, Einwohnern und Ladenbesitzern Kyotos. Ein großes Problem stellen aufdringliche Fotografen dar. Gemäß der japanischen Nachrichten-Plattform NHK berührten manche Touristen die Gewänder der Geishas und Maikos (Geishas in der Ausbildung) oder zogen sogar an den traditionellen Kimonos. Andere Reisende versuchten gar unerlaubt in Privatgebäude einzudringen.

83 Euro für ein Foto

Seit dem 25. Oktober gelten deshalb in Kyoto strengere Regelungen. Wird nun in gewissen privaten Gassen ohne Berechtigung fotografiert, ist ein Bußgeld von 10.000 Yen fällig, was umgerechnet etwa 83 Euro entspricht. Ein Gemeindeverband setzte dieses Verbot durch und versucht damit gegen die Folgen der steigenden Zahl an Touristen in der Stadt zu kämpfen. Es wurden bereits Warnschilder in Japanisch, Englisch und Chinesisch angebracht, die auf das Verbot hinweisen. Außerdem erfolgte die Verteilung von Flugblättern, die daran erinnern, vor dem Fotografieren von Geishas um deren Erlaubnis zu bitten. Mit diesen Maßnahmen soll die traditionelle Atmosphäre in der Stadt aufrechterhalten werden und gegen den fehlenden Respekt der Besucher gekämpft werden. Um die neue Bestimmung durchzusetzen patrouilliert an Wochentagen Sicherheitspersonal durch die betroffenen Viertel. Auf öffentlichen Straßen, die bekannte Hanamikoji-Straße miteingeschlossen, können jedoch weiterhin Fotos geschossen werden.