• Login
Gibt es in Südafrika bald gar keine Leoparden mehr?
Geposted 14.03.2019

NeuigkeitenSüdafrika

Twitter Facebook

In den letzten Jahren kamen immer mehr Wildtiere auf die Liste der vom Aussterben bedrohter Arten. Eine Südafrika-Reise ist landschaftlich traumhaft, doch wie ändert sich das Bild, wenn bald die Savanne nicht mehr von Tieren, sondern nur noch von Menschen bewohnt wird? Besonders die Leoparden sind stark gefährdet und könnten laut einer neuen Studie schon innerhalb der nächsten zwei Jahre vollständig aus dem afrikanischen Territorium verschwinden.

Gibt es schon 2020 keine Leoparden mehr in Afrika?

Gibt es schon 2020 keine Leoparden mehr in Afrika?
© Robert Hainer/123RF

Englische Forscher der Durham University untersuchten in ihrer Studie die Entwicklung der Tierpopulation in Südafrika. Dafür bezogen sie sich auf das Soutpansberg-Massiv, einem Teil des Biosphärenreservats Vhembe.

Ein dramatischer Rückgang der Leoparden-Population

Die englische Studie wurde in der Royale Society Open Science veröffentlicht. In Südafrika hat die besondere Tierart zwischen 2012 und 2016 schätzungsweise 44% ihrer Population verloren. Schon 2008 begannen die Zahlen stark zu sinken: Von 10,73 Leoparden pro 100 Quadratkilometer auf 3,63. Außerdem platzierten die Forscher Kameras auf dem Soutpansberg-Massiv, um die Leoparden zu zählen und individuell zu identifizieren. Über eine Zeitspanne von 400 Tagen konnten die Forscher acht Leoparden über an den Tieren angebrachte GPS verfolgen. Nur zwei Leoparden überlebten diese 400 Tage. Das Ergebnis ist alarmierend, da der extreme Rückgang zur Folge hat, dass es schon 2020 keine Leoparden mehr in Afrika geben könnte. Nicht zu vergessen, dass einst die Leopardendichte fast nirgends so hoch war wie in Afrika! Schon heute gibt es in Südafrika nur noch etwa 4500 Leoparden. Die International Union for Conservation of Nature schätzt sie als stark gefährdet ein.

Was ist die Hauptursache?

Was ist die Hauptursache?
© kwiktor/123RF

Der Mensch. Obwohl in Südafrika die Tötung der Tiere strengstens untersagt ist, jagen Wilderer und Viehzüchter weiter. Auch in Kambodscha ist dies ein großes Problem, was dazu führen wird, dass es auch dort bald keine Leoparden mehr geben wird. Landwirte, die ihre eignen Herden schützen wollen, sehen im Leoparden kein vor dem Aussterben bedrohtes Tier, sondern ein Raubtier, der ihr Vieh reißen will. Um dem entgegenzuwirken stellen sie Fallen auf, vergiften die Wildkatzen oder greifen zum Gewehr. Weltweit wird die Leoparden-Population auf 700.000 Tiere geschätzt. Für die Rettung der Art müssen die Schutzmaßnahmen schnellstmöglich ausgeweitet und intensiviert werden!