Amerikaner droht in Thailand eine Gefängnisstrafe wegen negativer Bewertung eines Resorts
Geposted 01.10.2020

GesellschaftThailand

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Ein Amerikaner muss sich demnächst dem thailändischen Haftrichter stellen, nachdem er mehrere negative Bewertungen eines Resorts in Thailand auf diversen Plattformen veröffentlicht hat. Bei Schuldspruch droht dem Amerikaner eine zweijährige Haftstrafe sowie eine hohe Gelstrafe.

Ein Lieblingsurlaubsziel vieler: Thailand

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© Lukasz Janyst/123RF

Aufgrund mehrerer schlechter Online-Bewertungen bezüglich eines Resorts in Thailand droht dem Amerikaner Wesley Barnes eine zweijährige Haftstrafe. Der Amerikaner wurde vom Resort angeklagt eine ''Verleumdnungskampagne'' im Netz verbreitet zu haben. Zu dem Auslöser des Konflikts kam es als Barnes mit dem Manager des Sea View Resorts in einem Streit geriet, als er für sein mitgebrachtes alkoholisches Getränk kein Korkengeld bezahlen wollte. Laut Barnes war dementsprechend das aggressive Auftreten des Managers der Grund für die negativen Bewertungen auf diversen Online-Plattformen.

Barnes beschränkte sich jedoch bei seinen zahlreichen negativen Bewertungen nicht nur hauptsächlich auf den Manager des Resorts, sondern schrieb in diesen auch, dass die thailändischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von dem ausländischen Management sehr schlecht behandelt werden und diese selbst einem das Gefühl vermitteln im Resort nicht willkommen zu sein. Obwohl das Sea View Resort versuchte diesen Streit durch Gespräche zu schlichten, entschied sich das Resort letztlich rechtlich vorzugehen, nachdem weiterhin zahlreiche schlechte Bewertungen von Barnes innerhalb von mehreren Wochen im Internet veröffentlicht wurden. ''Wir haben kein Problem mit ehrlichen Rezensionen, wie Sie sehen können, werden immer noch viele negative Rezensionen veröffentlicht. Es sind die böswilligen Verleumdungen, die ein Problem darstellen. Wir haben uns entschieden eine Anzeige gegen ihn zu erstatten, da wir auch davon ausgingen, dass er in naher Zukunft weiterhin Woche für Woche negative Rezensionen über unser Resort schreiben würde.'', schrieb das Sea View Resort in einem offiziellen Statement hinsichtlich des Falls.

Barnes wird dementsprechend wegen Verleumdung verklagt, was in Thailand hart bestraft wird. So droht einem bei einem Schuldspruch eine zweijährige Haftstrafe und eine Geldstrafe von 5.410 Euro. Obwohl diese drakonischen Gesetze des Öfteren öffentlich debattiert und kritisiert wurden, wurden bis heute keine Reformen erlassen, die zu einem milderen Strafausmaß beigetragen hätten. So muss Barnes am 06.Oktober sich dem Haftrichter stellen und darauf hoffen aufgrund seiner ''Verleumdnungskampagne'' keine Haftstrafe zu kriegen. Die mediale Aufmerksamkeit des Konflikts hat zudem dazu geführt, dass Barnes, der in Thailand lebt, von seiner Stelle entlassen wurde.

Obwohl Thailand nicht stark von der Corona-Pandemie betroffen ist, sind Einreisen aus dem Ausland weiterhin untersagt, weshalb Thailands Tourismus stark mit den wirtschaftlichen Einbrüchen im Tourismussektor zu kämpfen hat. Dementsprechend reagieren viele Hotels empfindlicher denn je hinsichtlich negativer Bewertungen im Internet, da man weiterhin versucht zumindest von dem Inlandstourismus zu profitieren.