Wie der ''Half-Tourist'' die Reise-und Arbeitsweise in der Coronakrise neu definiert
Geposted 30.09.2020

GesellschaftBarbados

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Seit der Coronakrise gibt es viele, die im Home Office arbeiten müssen. Da das Reisen mittlerweile schwieriger geworden ist aufgrund von Test- und Qurantänepflicht, entscheiden sich viele Monate in einem Reiseland zu verbringen und von dort aus zu arbeiten. Diese "Half-Tourists" sind daher für viele Reiseländer eine attraktive Zielgruppe geworden.

Am Strand arbeiten, wäre wohl für viele ein Traum

Am Strand arbeiten, wäre wohl für viele ein Traum
© puhhha/123RF

Die Coronakrise stellt das Leben für viele Menschen weiterhin auf den Kopf durch die zahlreichen Veränderungen und hier insbesondere in der Lebens- und Arbeitsweise, weshalb viele sich mit dieser neuen Form des alltäglichen Lebens, das mittlerweile auch meist über Zoom-Calls stattfindet, anpassen müssen. Die Wirtschaft steht kurz vor einer Rezession und noch dazu muss insbesondere die Tourismusbranche sich den neuen Herausforderungen stellen und gleichzeitig auch um ihre Existenz bangen. Als Antwort auf diese ganzen Veränderungen in der Art und Weise wie wir arbeiten, leben und reisen, hat sich ein neuer Urlaubstypus herauskristallisiert, nämlich der ''Half-Tourist''.

Unter diesem neuen Phänomen versteht man vor allem Menschen, die im Ausland im Home Office arbeiten, um nicht nur am sonnigen Strand und angenehmen Temperaturen sich eine erholsame Arbeitsatmosphäre zu ermöglichen, sondern auch in der Freizeit ihr Reiseziel näher kennenlernen möchten. Meist bleiben Half-Tourists daher mindestens zwei Wochen und meist sogar über mehrere Monate im Ausland. Dieses Phänomen versteht sich daher besonders als Resultat der aktuellen Coronakrise, die die Arbeitsweise für viele nicht nur verändert hat, sondern auch die Tourismusbranche gezwungen hat, nach Alternativen zu suchen, um sich vor einem wirtschaftlichen Kollaps zu retten.

Spezielle Visas für ''Half-Tourists''

So bieten Barbados, Georgien, die Kanarischen Inseln und Estland für Touristen spezielle ''Digital Nomads''- Visas an, in der Half-Tourists für 12 Monate im Ausland leben können, um von dort zu arbeiten. Der Vorteil liegt hierbei, dass man zum einen Flugstornierungen vermeidet, die derzeit aufgrund von Reisebeschränkungen leider zur Regel als zur Seltenheit gehören. Zum anderen hilft einem ein langer Aufenthalt sich intensiver mit der Kultur und der Sprache des Reiseziels auseinanderzusetzen. Natürlich bleibt es weiterhin auch wichtig das aktuelle Corona-Geschehen im jeweiligen Reiseland zu beobachten, bevor man sich auf die Reise begibt; insbesondere wenn man zwischen den Monaten hin und her reisen möchte. So wirbt der Inselstaat Barbados nicht nur mit schnellem Internet was für Home Office essentiell ist, sondern auch mit einer stabilen Infrastruktur und hebt dabei seine guten sanitären Einrichtungen auf der offiziellen Website der Regierung hervor.

Das Ganze kommt jedoch nicht ohne Haken: Wer in den genannten Ländern ein ''Digital Nomads''-Visa beantragen möchte, muss ein sehr gutes Gehalt vorlegen, um berechtigt zu sein. So fordert Estland beim Antrag den Nachweis eines monatlichen Gehalts von 3504 Euro; Barbados verlangt den Nachweis eines Jahresgehalts von 50.000 Dollar.

Viele Reisefirmen haben außerdem darin ein lukratives Geschäft gefunden, weshalb es neben Airbnb auch zahlreiche weitere Unternehmen wie NomadX oder auch SpotAHome gibt, die sich speziell auf Unterkünfte im Ausland für Half-Tourists fokussieren. Wer daher die Möglichkeit hat im Home Office zu arbeiten und sich dem stressigen Alltag hierzulande entziehen möchte und was ganz wichtig ist- während der Arbeit sich auch mental entspannen möchte, sollte vielleicht diese Idee in Erwägung ziehen!