• Login
Mexikanischer Staatschef verlost Luxusflugzeug
Geposted 11.02.2020

AusgefallenesMexiko

Twitter Facebook 7 teilen

Die meisten Präsidenten eines Landes nutzen aufgrund der zahlreichen Reisen, die sie während ihrer Amtszeit antreten, ein Privatflugzeug. Der Staatschef Mexikos versprach in seinem Wahlkampf allerdings, in Zukunft Linienflugzeuge nutzen zu wollen, weshalb nun die luxuriöse Maschine, die sich bisher im Besitz der Bundesbehörden befand, an einen glücklichen Gewinner verlost wird.

<strong></strong>
© Jaromír Chalabala/123RF

Nein, es handelt sich um keinen schlechten Scherz! Andrés Manuel López Obrador, der mexikanische Präsident verkündete tatsächlich, sein Flugzeug, die Boeing 787-8 Dreamliner, verlosen zu wollen. Der Grund? Ein Versprechen, das er während seines Wahlkampfes im Jahr 2018 gab. Das Staatsoberhaupt versicherte dem Volk, in seiner Amstzeit die Ausgaben der Regierung zu begrenzen.

Der erste Schritt seines Sparkurses sollte eigentlich der Verkauf des luxuriösen Regierungsjet namens "José María Morelos y Pavón" sein, der unter anderem eine Suite mit Küche und Bad umfasst. Der 66-jährige erklärte, dass eine derartige Luxusmaschine im krassen Gegensatz zur Armut, die in Mexiko herrsche, stehe.

Verlosung statt Verkauf

Doch der Verkauf eines solch luxuriösen Flugzeuges ist nicht ganz einfach. Seit mehr als einem Jahr sucht der mexikanische Staat verzweifelt nach einem Käufer. Trotz mehr als 40 Interessenten konnte keiner von diesen dessen Ansprüche erfüllen. Stolze 130 Millionen Dollar verlangte die Regierung des lateinamerikanischen Landes für den Flieger. López Obradors Vorgänger hatte den Jet einst für rund 218 Millionen Dollar eingekauft. Die Bundesregierung der Vereinigten Staaten hatte ein Angebot von 112 Millionen abgegeben, doch Mexiko lehnte ab. So kam dem Präsidenten, dem sogenannten "AMLO", vor einigen Wochen bei einer Pressekonferenz die ganz besondere Idee, eine Tombola zu veranstalten und das Präsidentenflugzeug zu verlosen. Die Gewinne aus dem Vorhaben werden nach Angaben der mexikanischen Behörden zur Finanzierung von Programmen zur Armutsbekämpfung verwendet.

Nicht durchführbar

Um an dieser Auktion teilzunehmen, bedarf es dem Kauf eines Loses für 500 mexikanische Pesos (umgerechnet 24 Euro). Dem Gewinner wird das Luxusflugzeug zur Verfügung gestellt, wobei die Wartungskosten der Maschine für ein Jahr von der Regierung übernommen werden. Wie der Glückliche anschließend für den Unterhalt des Riesenfliegers aufkommen soll wurde nicht spezifiziert, weshalb in den Sozialen Medien der Vorschlag des Präsidenten unter dem Hashtag #AvionPresidencial stark verpönt wurde. Die mexikanische Regierung hofft, bis zu 6 Millionen Eintrittskarten zu verkaufen, um etwa 144 Millionen Euro einzunehmen. Den Ansichten mehrerer Regierungsmitglieder nach ist die Tombola jedoch "unmöglich durchzuführen".

AMLO gibt sich mit der Abschaffung des Präsidentenflugzeuges alleine jedoch noch nicht zufrieden. Er hatte in seinem Wahlkampf zudem eine Reihe von Auktionen angekündigt, um die über 60 Hubschrauber, Privatjets und Kleinflugzeuge der Regierungsflotte zu verkaufen. Die ehemalige Luxusresidenz seines Vorgängers wurde bereits in ein Museum verwandelt, welches für alle Einwohner des Landes zugänglich ist. Kritiker des Politikers werfen diesem vor, mit derartigen Aktionen lediglich sein Image aufzupolieren und die wirklich wichtigen Probleme, wie die Bekämpfung von Gewalt und Korruption in Mexiko, nicht anzugehen.