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Nachfahren von vermeintlich ausgestorbenen Galapagos-Riesenschildkröten entdeckt
Geposted 06.02.2020

UmweltEcuador und Galapagos-Inseln

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Bei einer Entdeckungstour auf den Galapagosinseln wurden 30 Riesenschildkröten entdeckt. Manche der Tiere stammen von Arten ab, die als bereits ausgestorbenen gelten.

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© Pablo Hidalgo/123RF

Eine große Entdeckung machte Ende Januar ein 45-köpfiges Forscherteam auf den Galapagosinseln. Der Galapagos-Nationalpark teilte mit, dass die Naturschützer nahe des Vulkans Wolfa auf der Insel Isabela, welche die größte der insgesamt 13 Inseln des Archipels in Ecuador darstellt, auf 30 Riesenschildkröten gestoßen sind. Es handelt sich um elf Männchen und 18 Weibchen von der Chelonoidis-niger-Line der Insel Floreana sowie um ein Weibchen, dass der Chelonoidis nigra abingdoni -Art der Insel Pinta angehört. Die 30 Mischlinge stammen unter anderem von bereits ausgestorbenen Arten ab.

Lonesome George

Besonders die weibliche Pinta-Riesenschildkröte sorgte für Aufregung. Diese weißt nämlich eine starke genetische Verbindung zu der Unterart auf, zu der auch der bekannte "Lonesome George" zählte. Der "einsame Georg" galt als letztes Exemplar seiner Art weltweit. Im Juni 2012 verstarb Lonesome George im Alter von 100 Jahren. Zuvor hatte man vergeblich versucht, mit Weibchen anderer Schildkrötenarten für Nachwuchs zu sorgen. Die Riesenschildkröte war im Jahr 1971 auf der Insel Pinta entdeckt worden.

Das Überleben dieser 30 Exemplare sei gemäß den Naturschützern Piraten sowie Walfänger zu verdanken, die die Schildkröten einst von anderen Inseln in die Gegend um den Vulkan Wolfa verschleppt und diese so dort angesiedelt hatten. Die Vulkaninseln gelten seit 1979 zum Weltnaturerbe der UNESCO, da auf den Galapagos eine große Tier- und Pflanzenvielfalt existiert. Schätzungen zufolge leben noch etwa 15.000 bis 20.000 wilde Schildkröten auf den Galapagosinseln. Die Tiere können bis zu 200 Jahre alt und über 300 Kilogramm schwer werden.