Die fünf schönsten Ausflugsziele der Provence für Naturliebhaber
Geposted 10.07.2020 , Bearbeitet am 01.09.2020

KulturFrankreich

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Die Landschaften der südfranzösischen Region sind von faszinierenden Gegensätzen geprägt. Felsige Küstenabschnitte zeichnen die provenzalische Natur ebenso aus wie weitläufige Lavendelfelder oder rosafarbene Salzbecken. Wir stellen Ihnen fünf abwechslungsreiche Reiseziele vor, an denen Sie Entspannung in der Natur finden können.

1. Die Küste der Camargue

1. Die Küste der Camargue
© Richard Semik/123RF

Im Westen der Provence erstreckt sich ein aufregendes Flachland, das in zwei Gebiete unterteilt werden kann. Die Grande Camargue wird von den beiden Armen des Rhône-Deltas begrenzt, während sich die Kleine Camargue im Westen anschließt und bis nach Aigues-Mortes reicht. Charakteristisch für die Landschaft sind Sümpfe, Salz- und Reisfelder sowie Weideland. Das trockene Klima, die vielen Sonnenstunden und der ständig wehende Mistral sorgen für ideale Bedingungen, um an der Küste der Camargue das kostbare Fleur de Sel abzubauen. Aussichtspunkte, wie etwa nahe des Dorfes Salin de Giraud, ermöglichen Panoramablicke über die umliegenden rosafarbenen Salinen.

Die zum Teil noch wildlebenden weißen Pferde sowie die Flamingo-Kolonien gelten als Wahrzeichen der Landschaft, doch auch schwarze Stiere werden traditionell in der Camargue gezüchtet. Das Küstengebiet ist außerdem ein Haltepunkt für Zugvögel auf ihrem Weg zwischen Europa und Afrika, weshalb vor allem das Gebiet der Großen Camargue zum Naturschutzgebiet erklärt wurde. Bei einem Urlaub in der Region werden Sie sicherlich einige Vogelschwärme beobachten können, die durch die flachen Wasserstellen staksen und nach Nahrung suchen. Erkunden Sie bei einem aufregenden Reitausflug oder einer entspannten Fahrradtour die langen Strände und weiten Ebenen der Camargue!

2. Die Verdon-Schlucht

2. Die Verdon-Schlucht
©© Janos Gaspar/123RF

Die eindrucksvolle Vertiefung in den Kalkmassiven der Haute-Provence ist vermutlich die bekannteste Attraktion des Regionalen Naturparks Verdon. Bis zu 700 Meter hoch ragen die weißen Felswände der Verdon-Schlucht empor, weshalb der Landstrich auch ?Grand Canyon du Verdon? genannt wird. Entlang der Schlucht befinden sich einige Panoramarouten. Am Aussichtspunkt Balcons de la Mescla lassen sich neben der unberührten Natur auch der Zusammenfluss von Verdon und Artuby bestaunen. Von der Aussichtsterrasse Rancoumas kann ebenfalls ein beeindruckender Blick in die Tiefe geworfen werden, diese Stelle kann jedoch nur zu Fuß durch eine Wanderung erreicht werden.

Der über 160 Kilometer langen Verdon-Fluss mündet nach dem Canyon in den Stausee Lac de St. Croix. Verleihstellen bieten hier von Ruder- und Tretbooten über Surfbretter bis hin zu kleinen Segelschiffen verschiedene Wasserfahrzeuge an. Da die Temperatur des Sees bei durchschnittlich 24 Grad liegt und am Ufer kleine Strände zu finden sind, lädt der Lac de St. Croix zu einem herrlichen Badeerlebnis ein. Doch auch Adrenalinjunkies finden im Regionalen Naturpark Verdon zahlreiche Angebote, um sich auszutoben, wie etwa durch Bungee-Jumping oder Paragliding. Das Wildwasser der Verdon-Schlucht kann außerdem mit Kajaks bezwungen werden. Neben Wassersportarten bieten sich Klettertouren an den Steilwänden der Schlucht oder Wanderungen durch das Reservat an. Naturliebhaber kommen also voll auf ihre Kosten!

3. Das Plateau von Valensole

3. Das Plateau von Valensole
©Janos Gaspar/123RF

Unweit von der Verdon-Schlucht entfernt und ebenfalls zum Regionalen Naturpark Verdon zugehörig liegt das ?Plateau de Valensole?. Die französische Gemeinde Valensole verleiht der umliegenden 800 km2 großen Umgebung, welche überwiegend für die intensive Landwirtschaft genutzt wird, ihren Namen. Die Hochebene ist vor allem für seine weitläufigen Lavendelfelder bekannt. Um diese in voller Pracht erleben zu können, sollten Sie ihren Urlaub in der Provence zwischen Mitte Juni und Ende August planen. Im Juli findet in Valensole auch jedes Jahr das Lavendelfest statt. Neben den violetten Kräutern wird auf dem Plateau viel Getreide angebaut, was für einen bezaubernden lila-gelben Farbkontrast sorgt. Im Frühjahr blühen außerdem zahlreiche Mandelbäume in wunderschönen rosaweißen Tönen.

Legen Sie mit dem Fahrrad einige Höhenmeter durch die Hügellandschaft zurück oder folgen Sie mit dem Auto einer der Lavendelrouten. Vorbei an violetten Blumenteppichen und pittoresken Dörfern, führen diese Straßen an Manufakturen für Parfums und Kosmetik sowie an Destillerien, die Lavendel zu Öl verarbeiten, entlang. Lernen Sie hier Interessantes über die lila Pflanze und finden Sie zeitgleich Ruhe und Entspannung bei Ihrer Fahrt durch die nach Lavendel duftenden Landschaften.

4. Der Nationalpark Calanques

4. Der Nationalpark Calanques
©Janos Gaspar/123RF

Der Nationalpark Calanques stellt einen gut 20 Kilometer langen zerklüfteten Küstenabschnitt zwischen Marseille und Cassis dar. Zahlreiche Urlauber besuchen jährlich das Naturschutzgebiet und dies aus gutem Grund! Bekannt als Paradies für Kletterer, gelten die Calanques ebenso als idyllische Wanderregion. Die Kalkfelsen können am besten vom Wasser aus oder zu Fuß erkundet werden, denn das Naturreservat ist von zahlreichen, gut ausgeschilderten Wegen durchzogen. Bei einer Wanderung durch die schroffe und wilde Landschaft bietet der Ausblick auf das türkisblaue Mittelmeer einen faszinierenden Kontrast. Besonders die Calanque d'En-Vau mit kleiner Bucht und Kieselstrand sowie die Calanque de Port-Pin, für welche die Vielzahl an Pinien charakteristisch ist, gehören zu den beliebtesten und wohl schönsten Ausflugszielen des Nationalparks. Vergessen Sie bei einer Wanderung auf keinen Fall Ihre Schwimmsachen, da in den Calanques immer wieder kleine Badebuchten zu entdecken sind!

Planen Sie einen Besuch des Küstenabschnitts jedoch sorgfältig im Voraus, denn besonders das Kerngebiet des Parks, welches ebenfalls Meerfläche umfasst, ist durch spezifische Regelungen geschützt. In den Sommermonaten liegen aufgrund der Brandgefahr für viele Wanderwege außerdem Zugangsbeschränkungen vor. Auf diese Weise sollen das einzigartige Ökosystem im felsigen Kalkgestein erhalten bleiben. Manche Pflanzenarten, beispielsweise die ?Sabline de Marseille?, und gewisse Tiere, etwa die Habichtadler, kommen ausschließlich in den Calanques in Südfrankreich vor.

5. Das Luberon-Gebirge

5. Das Luberon-Gebirge
©barmalini/123RF

Die Gebirgskette Luberon ist das ideale Reiseziel für begeisterte Radfahrer, egal ob Anfänger oder trainierter Sportler. Durch die Schlucht von Lourmarin wird der langgestreckte Bergrücken in den Großen Luberon im Osten und den Kleinen Luberon im Westen unterteilt. Aufgrund seiner Tier- und Pflanzenvielfalt wurde das Gebiet als Regionaler Naturpark unter besonderen Schutz gestellt. Außerdem deklarierte die UNESCO die Gebirgskette als Biosphärenreservat. Das Luberon-Gebirge weist zahlreiche gut beschilderte Radwanderwege mit verschiedenen Schwierigkeitsgraden. Suchen Sie sich für Ihren Aktivurlaub eine Tour aus und fahren Sie in Ihrem Tempo auf kleinen, angenehmen Straßen, vorbei an Weinfeldern und Olivenhainen.

Neben den beeindruckenden Landschaften gibt es auch malerische Dörfer zu entdecken, die sich an die Berghänge des Luberon schmiegen. Fünf von ihnen, etwa Ménerbes und Gordes, zählen sogar offiziell zu den schönsten Dörfern Frankreichs. Des Weiteren beeindruckt der Landstrich durch seine Ockerfelsen, die in intensiven Rottönen erstrahlen. Es bieten sich Wanderungen oder Radtouren zu den Ockersteinbrüche in Roussillon und Rustrel an.