Nackturlaub ist mehr als FKK-Camping

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Den Sand unter den Füßen erleben, spüren, wie der Wind sanft über die Haut weht und aus dem Alltag ausbrechen. Wie das geht? Na, nackt natürlich!

FKK - Woher kommt das?

FKK - Woher kommt das?
© hofmeester/123RF

FKK steht für Freien Körperkult und ist seit Anfang des 19. Jahrhunderts ein fester Bestandteil deutscher Kultur. Doch die Nacktheit gab es schon in der Antike sowie im Römischen Reich. In Badehäusern und beim Sport galt es damals normal, nackt zu sein und wurde in keinem Fall als anrüchig oder untugendhaft gewertet. Den nackten Körper wurde erst viel später im 18. Jahrhundert privatisiert.

Obwohl viele FKK oder Nudismus ablehnen, weil es in ihren Augen abstoßend oder anstößig ist, gibt es genügend Menschen und Urlauber, für die Nacktheit zum Leben dazugehört und die sich so ihres eigenen Körpers besser bewusst werden. In vielen Ländern, nicht nur in Deutschland, gibt es deshalb Hotels oder ganze Ressorts, die sich speziell diesen Vorlieben der Urlauber angepasst haben und Nackturlaubern den größtmöglichen Komfort bieten wollen. Ein Beispiel für eine Nacktkolonie ist Cap d'Agde, eine Siedlung an der südfranzösischen Mittelmeerküste, in der es Pflicht ist nackt zu sein. Auf dem großen Areal gibt es Hotel, Ferienhäuser und einen Campingplatz, damit sich die Freunde des Nackturlaubs pudelwohl fühlen. Das Konzept entstand in den 80er Jahren und besteht bis heute, allerdings gibt es mittlerweile auch andere Ferien-Ressorts dieser Art. Nackturlaub ist aber nicht nur in Europa ein Trend. Nein, auch nach Übersee hat es die europäische Erfindung geschafft. Auf Jamaika beispielsweise gibt es viele kleine Hotels, teilweise idyllisch am Meer gelegen, deren Kunden hauptsächlich FKK-Anhänger sind. Der freie Körperkult ist längst zu einem eigenen Wirtschaftssektor avanciert, der in ganz Europa mehrere tausend Menschen beschäftigt.

Nackt-Aktivitäten - Was kann man machen?

Nackt-Aktivitäten - Was kann man machen?
© kirsanovv/123RF

Wie jeder ?normale? Urlauber möchte auch der unbekleidete Reisende im Urlaub etwas erleben. Ohne Klamotten - das geht doch gar nicht, werden sich jetzt einige Leser denken. Aber aufgepasst, auch hierfür haben die Hotelbetreiber eine Lösung gefunden. Um nicht auf Ablehnung bei anderen zu stoßen, sind die Hotels oft von hohen Zäunen umgeben, haben extra Privatstrände gekauft und manchmal sogar spezielle Wanderwege, damit Nackturlaubern ein unangenehmes Aufeinandertreffen mit der bekleideten Bevölkerung erspart bleibt. Es gibt Aktivitäten wie Nackt-Wandern, Nackt-Radeln und Nackt-Reiten - für jeden soll etwas dabei sein. Zugegebenermaßen hat die etwas unkonventionelle Art, Sport zu treiben auch Vorteile: Der Temperaturausgleich zwischen Haut und Körper kann besser kontrolliert werden und manche Bewegungen können, dank fehlender Klamotten, besser ausgeführt werden. Das Nackt-Konzept hat also medizinische und physiologische Vorteile. Für Nudisten, FKK-Begeisterte oder Interessierte gibt es immer mehr Wanderwege in Deutschland. Aber auch in Großstädten findet man Nackt-Veranstaltungen wie den "World Naked Bike Run" oder die "Freemont Summer Solstice Parade".

Was ist an Nackt-Urlaub so faszinierend?

Was ist an Nackt-Urlaub so faszinierend?
© Philipus/123RF

Doch warum gibt es so viele FKK-Begeisterte? Zum einen legt der Ein oder Andere durch das Ablegen der Kleidung auch gesellschaftliche Zwänge und Pflichten ab. Ob Bänker oder Altenpfleger, nackt sind alle Menschen gleich, das Statussymbol ?Klamotte? existiert dann nicht mehr. Ein weiterer Grund, der oftmals von Frauen angegeben wird, ist die veränderte Wahrnehmung und Einstellung zum Körper. Egal ob Cellulite, Falten oder Speckröllchen, Menschen, die sich nackt zeigen können, haben eine positivere Einstellung zu ihrem Körper und eine gesündere Wahrnehmung ihres Selbst. Da gerade oftmals Frauen unter dem Schönheitswahn leiden, sind es auch oftmals sie, die von der FKK-Kultur profitieren.

Manches Mal symbolisiert die Nacktheit der Urlauber auch einen Protest ? den Protest gegen das Normalsein und die gesellschaftlichen Zwänge. Jedoch ist dies eher ein nicht so weit verbreiteter Grund, die meisten FKK-Anhänger mögen einfach nur das Gefühl von Freiheit auf der Haut.

Eins ist sicher, wer keine Kleidung braucht, der spart viel Platz im Koffer.

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Geposted 12.08.2017 2 teilen
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