Die Situation für Passagiere von Air-Berlin, der insolventen Airline im Überblick

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Was ist passiert? Der Übergangskredit der Bundesregierung reiche wohl nicht mehr aus, sodass Air-Berlin immer mehr Verbindungen streichen muss - sowohl kurzfristig als auch mit Ankündigung. Die Hoffnung, die zunächst bestand, dass Passagiere keine Konsequenzen spüren werden würden ist dahin. Die 150 Millionen Euro, die den Flugbetrieb für etwa drei Monate sicherstellen sollte, reichen nicht mehr aus. Die nur noch unter der Aufsicht eines Sachwalters operierende Airline ist gezwungen die Kosten zu senken, bis sich Käufer gefunden haben.

Welche Verbindungen von Air-Berlin sind konkret betroffen?

Welche Verbindungen von Air-Berlin sind konkret betroffen?
JFsPic© Thielemann/123RF

Vor allem sind die kurzfristig gecancelten Flüge sowie zahlreiche Langstreckenverbindungen betroffen. Darunter fallen die an diesem Dienstag gestrichenen Starts von Berlin-Tegel und Düsseldorf. Auch fällt zum 25. September das Karibik-Programm ab Düsseldorf den Kürzungen zum Opfer, im Einzelnen die Flüge nach Havanna und Varadero (Kuba), Punta Cana und Puerto Plata (Dominikanische Republik), Cancún (Mexiko) und Curaçao (frühere Niederländische Antillen). Laut Air-Berlin würden die bereits vor einigen Tagen bekannt gegebenen Streichungen einzelner Langstreckenlinien ebenfalls auf den 25. September vorgezogen. Dies betreffe die Verbindungen von Berlin nach Abu Dhabi, Chicago, Los Angeles und San Francisco sowie von Düsseldorf nach Boston. Der eigene Flugplan werde aber fortgeführt werden.

Welche Rechte habe ich nun, wenn mein Flug ausfällt?

Fallen Flüge aus, ist die Airline normalerweise entsprechend der Flugstreckenverordnung gesetzlich dazu verpflichtet, eine Ausgleichsleistung zu erbringen, was meist eine Entschädigung von 125 bis 600 Euro darstellt. Air-Berlin jedoch teilt auf seiner Website mit, keine Tickets zu erstatten, die vor dem 15.August ausgestellt wurden. Das bedeutet, dass Kunden auf ihren Kosten sitzen bleiben und nichts zurückerstattet bekommen. Tickets, die seit dem Insolvenzvertrag am 15.August gebucht wurden. Werden komplett zurück erstattet. Bei den kurzfristig gestrichenen Flügen bietet Air Berlin laut Website "die bestmögliche Reisealternative" an. Das Europäische Verbraucherzentrum Deutschland empfiehlt aber den Passagieren dringend, im Falle einer Flugannullierung durch Air-Berlin auf eine Umbuchung zu bestehen, anstatt auf eigene Kosten vorschnell einen Ersatzflug oder eine Hotelübernachtung zur Überbrückung zu buchen. Es sei außerdem ratsam, möglichst kein Gepäck mehr bei Air-Berlin aufzugeben. Denn gehe ein Koffer verloren oder werde beschädigt, bleibe der Kunde wohl auch auf diesem Schaden sitzen.

Was ist, wenn ich einen Flug im Rahmen einer Pauschalreise gebucht habe?

Kunden, die im Rahmen einer Pauschalreise gebucht haben, haben insgesamt mehr Sicherheit, da derartige Unternehmen in der Regel bei Flugausfällen zum Ersatzprogram gezwungen sind.

Kann ich ein bereits gebuchtes Ticket vorsorglich mit dem Hinweis auf den Insolvenzantrag stornieren?

Nein, da jeder Verbraucher seine Verträge, die er täglich tätigt, auch einhalten muss. So kann er nicht "vorsorglich" von seinem Vertrag zurücktreten, nur weil er fürchtet dass sein Vertragspartner, hier Air-Berlin, nicht an die Abmachungen hält. Außerdem kann der Kunde nicht jede Buchung, die er macht, gleich wieder stornieren. So können zum Teil auch Stornierungsgebühren anfallen. Oft haben Kunden zudem nur Anspruch auf eine Erstattung der Steuern und Gebühren, nicht auf den Ticketpreis. Diese bekommen die Kunden ebenfalls nicht erstattet.

Was passiert mit meinen Bonusmeilen, alten Entschädigungen und Gutscheinen?

Air-Berlin-Kunden können ihre gesammelten Flugmeilen nicht mehr gegen Gratisflüge oder andere Prämien einlösen. Auch Fluggutscheine (Voucher), die für Ausfälle verteilt wurden, können seit einiger Zeit nicht mehr eingelöst werden, eine Auszahlung sei ebenfalls nicht möglich. Bereits gebuchte Tickets unter Einlösung eines Voucher behalten allerdings ihre Gültigkeit.

Wie steht es derzeit um die Zukunftsaussichten der Fluglinie?

Air-Berlin befindet sich derzeit in Verhandlungen mit verschiedenen Kaufinteressenten, darunter Lufthansa, Easyjet, Condor und der Unternehmer Hans Rudolf Wöhrl. Die Frist für Kaufangebote von Interessen laufe noch bis diesen Freitag.

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Die Redaktion
Geposted 13.09.2017 1 teilen
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