Young Pioneer Tours stellt Nordkorea-Reisen für US-Bürger ein

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Der Touranbieter, mit dem der amerikanische Student Otto Warmbier nach Nordkorea gereist ist, nimmt Nordkorea-Besuche für Touristen aus den USA aus dem Programm. Dennoch bewirbt die Agentur das Land weiter als "einen der sichersten Orte der Welt".

US-Bürgern wird von Nordkorea-Reisen derzeit abgeraten

US-Bürgern wird von Nordkorea-Reisen derzeit abgeraten
© George Tsartsianidis/123RF

Nach dem Tod des US-Studenten Otto Warmbier bietet das von ihm genutzte Reiseunternehmen Young Pioneer Tours keine Nordkorea-Besuche für amerikanische Touristen mehr an. Wie die in China ansässige Agentur am Dienstag auf ihrer Facebook-Seite mitteilte, sei das Risiko "zu groß geworden".

Das Reiseunternehmen mit Sitz im chinesischen Xian war 2008 von einem britischen Auswanderer gegründet worden und organisierte als einer der wenigen Anbieter Tauch- und Radtouren in Nordkorea. Young Pioneer Tours warb damit, abenteuerlustige Touristen an Orte zu bringen, "von denen deine Mutter dich fernhalten will" - darunter auch Nordkorea und der Iran.

Im Zusammenhang mit dem Fall des 22-jährigen Amerikaners Otto Warmbier geriet die Agentur in die Kritik. Der US-Student hatte das Land mit einer Reisegruppe von China aus besucht und war im März 2016 zu 15 Jahren Arbeitslager in Nordkorea verurteilt worden. Grund war der Diebstahl eines Propaganda-Posters, den die nordkoreanische Justiz als "Verbrechen gegen den Staat" wertete. Vergangene Woche wurde der Student aus "humanitären Gründen" freigelassen und in die USA ausgeflogen. Am Montag verstarb er - nach Angaben der Ärzte ist die genaue Todesursache noch unklar.

Trotz des Vorfalls bewirbt Young Pioneer Tours den abgeschotteten kommunistischen Staat aber auch am Dienstagmorgen noch als "einen der sichersten Orte der Welt" - zumindest für Touristen aus den meisten Ländern. Auf der Homepage des Unternehmens begann noch am Montag die Antwort auf die Frage "Wie sicher ist Nordkorea?" mit den Worten "Extrem sicher!". Lediglich diese zwei Worte wurden nun gestrichen und durch folgende Anmerkung ersetzt: "Auch wenn Sie vielleicht anderes hören, ist Nordkorea für Menschen aus den meisten Ländern wahrscheinlich einer der sichersten Orte der Welt, sofern Sie sich an die Regeln halten, die wir in unseren Unterlagen und Einweisungen erklären."

Am Ende der Antwort wurde außerdem ergänzt, dass Gesetzesverstöße "sehr streng" geahndet werden könnten. Reisende aus den USA werde das Unternehmen nicht mehr nach Nordkorea bringen, da das Risiko wegen "schwerer, ungerechtfertigter Konsequenzen" für einen amerikanischen Inhaftierten zu groß sei.

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Die Redaktion
Geposted 21.06.2017
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