Amazonas-Regenwald droht eine Transformation zur trockenen Savanne
Geposted 06.10.2020

NaturBrasilien

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Die illegalen Waldbrände in den Amazonas haben laut Forscher zur Folge, dass in den nächsten Jahre sich der brasilianische Amazonas-Regenwald in eine Savanne verändern könnte. Dies hätte weitreichende Folgen für das globale Klima.

Waldbrände im Amazonas-Regenwald

Waldbrände im Amazonas-Regenwald
© pedarilhos/123RF

Der brasilianische Amazonas-Regenwald, der zum größten Ökosystem der Welt gehört, steht laut einer Studie der Journal Nature Communications kurz vor einem Wendepunkt sich von einem Regenwald zu einer Savanne zu entwickeln. Der Grund hierfür liegt darin, dass zahlreicher illegale Waldbrände von Farmer unter anderem verursacht wurden, um Landflächen für lukrative Geschäfte in der Landwirtschaft zu erweitern. So waren die Waldbrände im brasilianischen Regenwald in diesem Jahr, die schlimmsten innerhalb der letzten 10 Jahren. So stieg die prozentuale Zahl im Vergleich zum letzten Jahr hierbei um 60%.

Mitverantwortlich ist jedoch auch der brasilianische Präsident Jair Bolsonaro, der sogar die illegale Abholzung der Amazonas in gewisser Weise unterstützt und sich davor sträubt strengere gesetzliche Maßnahmen durchzusetzen, um Brandstifter härter zu sanktionieren und eine stärkere Kontrolle in den Amazonas durchzusetzen. So stieg seit Bolsonaros Amtseintritt in Januar 2019 die Abholzung in den Amazonas um 209%.

Durch die lange Trockenphase, die durch die Abholzung und den Waldbränden im Amazonas ausgelöst wird, nähern sich bereits 40% des Amazonas an dem riskanten Wendepunkt sich komplett zu einer Savanne zu entwickeln. Und selbst wenn diese Entwicklung mehrere Jahrzehnte benötigt, betrachten Naturforscher diese Entwicklung auch mit Fokus auf die Klimakrise als sehr rapide.

Verheerende Konsequenzen für das globale Klima

Neben der Tatsache, dass es für den brasilianischen Regenwald aufgrund der langen Dürre durch die Abholzung immer schwieriger wird Regen zu produzieren, könnten die Konsequenzen noch verheerender sein, als man sich dies derzeit vorstellen kann. Die illegale Abholzung in den Amazonas und die niedrige Regenproduktion führen nämlich zu noch längeren dürren Sommermonaten, die nicht nur in Brasilien, sondern auch in den Nachbarländern wie Argentinien, Paraguay und Uruguay zu spüren sein werden. Und auch auf globaler Ebene wird die negative Veränderung des Amazonas zu bemerken sein, da die Amazonas auch die Temperaturen und Regenfälle auf der Welt ebenfalls beeinflusst.

Während normalerweise die Amazonas durch die unzähligen Bäume den Ausstoß von CO² absorbiert, trägt der brasilianische Regenwald auch zu einer sauberen Luft bei. Dementsprechend verursachen die Waldbrände einen Anstieg des CO²-Ausstoß und tragen auf diese Weise auch zur Klimaerwärmung bei. Nicht zuletzt wird auch der Lebensraum von gewissen Tiere als auch der indigenen Bevölkerung bedroht.

Die Ausweitung der Landwirtschaft durch die illegale Abholzung in den Amazonas wird auf Dauer keinen großen Erfolg tragen, wenn lange Dürremonate für die nächsten Jahre bereits prognostiziert werden. ''Diese ''Savannenisierung'' des Amazonas wird zu einem Rückgang der Regenfälle führen, was sich vor allem auf den Agrarsektor auswirken wird, der die Entwaldung hier weiter vorantreibt. Das ist ein echter Schuss in den Fuß.'', erklärt der brasilianische Greenpeace-Aktivist Rômulo Batista.