Mallorca verstärkt Sicherheitsmaßnahmen

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Nachdem bei einer Festnahme Ende Juni auf Mallorca Anschlagspläne aufgedeckt wurden, verbessern Polizei und Hotels ihre Sicherheitsvorkehrungen. Die Urlauber sind nach wie vor beunruhigt.

Besorgte Stimmung im Urlaubsparadies

Besorgte Stimmung im Urlaubsparadies
© ANTONIO BALAGUER SOLER/123RF

Die international wachsende Terrorangst geht auch an Mallorca nicht spurlos vorüber. Nach der Festnahme von vier islamistischen Verdächtigen, die offenbar einen Anschlag auf der spanischen Insel geplant hatten, werden Politik und Tourismusunternehmen aufmerksamer und ziehen Konsequenzen. Sowohl der Flughafen nahe der Hauptstadt Palma als auch der Fährhafen werden von schwer bewaffneten Polizisten überwacht; auch an den Touristenstränden und in den Urlaubsorten ist die Polizeipräsenz groß.

Europas meistbesuchte Ferieninsel profitiert davon, seit Jahren als friedliche Urlaubsdestination zu gelten. Während der Tourismus in anderen traditionellen Mittelmeerregionen wie der Türkei, Tunesien und Südfrankreich infolge der Terroranschläge stark zurückging, stiegen auf Mallorca die Besucherzahlen. Auch in diesem Sommer steht die beliebte Insel vor einer Rekordsaison - rund elf Millionen ausländische Feriengäste werden erwartet, die meisten Urlauber kommen aus Deutschland und Großbritannien.

Dementsprechend wichtig ist es für die Regierung dafür zu sorgen, dass die Touristen nach der Aufdeckung der Anschlagspläne nicht in Panik verfallen. Den Ermittlungen zufolge hatte mindestens einer der vier mutmaßlichen Dschihadisten einen Anschlag vorbereitet. Wie aus abgefangenen Telefongesprächen und Kurznachrichten hervorgeht, plante er einen Messerangriff auf dem Rathausplatz des Inselortes Inca. Die regionale Regierungschefin der Balearen, Francina Armengol, versucht die Bevölkerung und die Touristen zu beruhigen. Die Festnahmen seien vorbeugend erfolgt. Der rechtzeitige Zugriff der Polizei zeige, dass Schutzvorkehrungen und Überwachungsmechanismen funktionieren. Die Bürger könnten "maximales Vertrauen" in die spanischen Sicherheitskräfte haben.

Schon seit 2015 gilt in Mallorca und in ganz Spanien die zweithöchste Terrorwarnstufe 4. Bei dieser Stufe wird von einem "hohen Attentatsrisiko" ausgegangen. Flughäfen, Bahnhöfe und Tourismushochburgen werden seitdem stärker gesichert. Zugleich wird die islamistische Szene intensiver überwacht. Das Polizeiaufgebot auf der spanischen Insel wird in der Hochsaison ohnehin verstärkt, nun wurde es noch einmal um ein Drittel erhöht. Genaue Zahlen werden "aus Sicherheitsgründen" nicht mitgeteilt. Des Weiteren arbeiten viele große Hotels an verbesserten Sicherheitsvorkehrungen. Dabei geht es zum Beispiel um die Installierung von elektronischen Überwachungssystemen, strengere Zugangskontrollen und Schulungen des Personals, um in Gefahrensituationen richtig handeln zu können.

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Die Redaktion
Geposted 06.07.2017 1 teilen
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