Touristenzahlen in der Türkei erreichen Tiefpunkt

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2015 war die Türkei noch eines der beliebtesten Reiseziele der Deutschen. Terrorgefahr und politische Auseinandersetzungen brachten den Tourismus dort aber zum Einstürzen. Nach einem starken Rückgang im vergangenen Jahr droht in der kommenden Saison ein Totalausfall.

Leere Straßen in der Türkei

Leere Straßen in der Türkei
© Engin Kormaz/123RF

Die Tourismusflaute in der Türkei spitzt sich zu. Wegen Terror, Putsch und angespannten Beziehungen zu Deutschland zieht es Urlauber dieses Jahr eher nach Mykonos als nach Antalya. Dazu kommt, dass mehrere Politiker dazu aufforderten, das Urlaubsland Türkei zu boykottieren.

Der Einbruch der Urlauberzahlen aus Deutschland beendet eine Reihe des Wachstums. Laut der "Welt" hatten 2013 noch 5,1 Millionen Deutsche die Türkei in organisierten Reisen besucht. Im Jahre darauf stieg dieser Wert auf 5,2 Millionen und erreichte 2015 seinen Höchstwert bei 5,6 Millionen Urlaubern aus Deutschland. 2016 fielen diese Zahlen schlagartig auf nur noch rund vier Millionen zurück. Laut Prognosen sollen die Werte in der kommenden Saison noch schlechter ausfallen.

Für das türkische Gastgewerbe ist dieser Rückgang deshalb so schmerzhaft, weil auch Reisende aus anderen Ländern wegblieben. So sorgte Wladimir Putins Flugverbot für Charterflüge in die Türkei für eine Einbuße von nahezu 90 Prozent der russischen Urlauber. Zwar haben sich die Beziehungen zwischen den beiden Ländern wieder einigermaßen normalisiert, dennoch ist unklar, ob sich das Interesse der Urlauber aus Russland ebenso schnell wieder erholt.

"Für den Sommerurlaub 2017 ist die Türkei derzeit kaum gefragt", stellt der Präsident des Deutschen Reiseverbands (DRV) Norbert Fiebig fest. Während der Frühbucher-Phase lässt sich häufig eine gute Prognose für die kommende Saison erstellen. Dieses Jahr registriert die DRV jedoch zwischen November und Januar ein Minus von 58 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Die Türkei hofft auf einen Last-Minute-Boom.

Der Rückgang des Tourismus hat sichtbare Auswirkungen auf die Gesamtwirtschaft. Angaben zufolge trägt der Fremdenverkehr-Sektor immerhin rund 13 Prozent zum Bruttoinlandsprodukt bei. Derzeit läuft die Wirtschaft des Landes für türkische Verhältnisse ohnehin schleppend. Auslandsinvestitionen brachen im vergangenen Jahr um fast ein Drittel ein - mit rund drei Prozent könnte das Wirtschaftswachstum 2017 bestenfalls halb so groß wie vor zwei Jahren ausfallen.

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Die Redaktion
Geposted 14.06.2017 1 teilen
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