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Ab 2020: Schluss mit dem Elefantenreiten in der Tempelanlage Angkor Wat
Geposted 25.11.2019

NeuigkeitenKambodscha

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Nachdem das Elefantenreiten in der Tempelanlage Angkor Wat in den letzten Jahren aufgrund von Tierquälerei zunehmend in der Kritik stand, wurde nun ein Verbot für die Touristenattraktion erlassen.

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© Jeff Cagle/123RF

Die 900 Jahre alte Tempelanlage Angkor Wat stellt mit jährlich über 2,5 Millionen Touristen das beliebteste Reiseziel in ganz Kambodscha da. Bislang konnten Besucher in einer Trage auf dem Rücken von einem der insgesamt 14 Elefanten das Gelände erkunden. Einige der Tiere werden bereits seit 2001 in Gefangenschaft gehalten und sind, da sie nun seit fast 20 Jahren für Ausritte genutzt werden, alt und gesundheitlich angeschlagen. Jetzt beschloss die kambodschanische Verwaltungsbehörde Apsara, welche für den Schutz, die Entwicklung und den Erhalt des Parks verantwortlich ist, dass die tierfeindliche Praxis abgeschafft wird.

"Elefanten für geschäftliche Zwecke zu verwenden, ist nicht mehr angemessen", sagte Long Kosal, ein Sprecher der Apsara-Behörde, gegenüber Reportern der französischen Nachrichtenagentur AFP und merkte an, dass fünf von vierzehn Elefanten bereits in ein geschütztes und bewaldetes Gebiet etwa 25 Meilen von den Ruinen entfernt verlegt worden sind, wo ihnen ein Leben in ihrem natürlichen Umfeld möglich ist. Auch die restlichen Tiere sollen nun schrittweise durch die Elephant Management Association in Zusammenarbeit mit der Aspara-Behörde bis zum Frühjahr 2020 in das Naturschutzzentrum umgesiedelt werden. In diesem werden Touristen die Dickhäuter jedoch weiterhin beobachten und fotografieren können.

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© bloouda/123RF

Eine Geschichte voller Grausamkeiten

Im Jahr 2016 starb eine Elefantendame auf offener Straße, nachdem sie bei sehr heißem Wetter zwei Touristen um den Tempelkomplex von Angkor herumgeführt hatte. Die damaligen Tierärzte kamen zu dem Schluss, dass sowohl die extreme Hitze, als auch das erschöpfende Herumtragen von Besuchern Schuld an der Tragödie waren. Dieser Vorfall löste einen Aufschrei in den sozialen Medien aus und es wurde eine Petition, adressiert an die Apsara Authority, auf der Website change.org veröffentlicht. In diesem öffentlichen Aufruf wurde erklärt, dass das Reiten auf Elefanten immer mit Tierquälerei einhergehe und deshalb verboten werden müsse. Mehr als 185.000 Personen unterschrieben das Begehren.

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© bloodua/123RF

Der Kampf ist noch nicht gewonnen

Die Nachfrage nach dem Reiten auf Elefanten in anderen beliebten Touristenorten, insbesondere im benachbarten Thailand, ist jedoch ungebrochen und es gibt keine Hinweise auf einen Rückgang. Sobald es eine Aussicht auf Profit gibt, ist die Missachtung des Wohlergehens der Tiere häufig der Fall. Diese werden für Touristenausflüge oder zirkusähnliche Shows, bei denen sie dazu gebracht werden, auf ihren Hinterbeinen zu stehen, zu jonglieren und mit ihrem Rüssel zu malen, missbraucht. Die Dickhäuter leiden für die Unterhaltung von Touristen unter schrecklichen Bedingungen: Sie werden aus ihrer natürlichen Umgebung entrissen, von ihrer Familie getrennt und unter dem Einsatz von Ketten und Peitschenhieben den Menschen gefügig gemacht.

Reisenden muss es bewusst sein, dass sie es in der Hand haben, ob sie die Fortführung solcher Aktivitäten unterstützen oder ob sie darauf verzichten und so die Nachfrage nach dem Elefantenreiten, bei denen Tiere ausgebeutet und verletzt werden, verringern. Der Asiatische Elefant wird seit dem Jahr 2018 auf der Liste der vom Aussterben bedrohten Tierarten aufgeführt. Nach Angaben des WWFs gilt Kambodscha als Zufluchtsort, um das weitere Überleben der Elefanten in Indochina zu sichern. In Kambodscha sollen noch zwischen 400 und 600 Tiere leben.