Venedigs Bürgermeister beleidigt Touristen

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In einem skurrilen TV-Interview erklärte der venezianische Bürgermeister nun seine - nun ja - etwas andere Meinung zu den Touristen in seiner Stadt.

Luke Tang lebt in Großbritannien ist aber chinesischer Abstammung und war deshalb mit zwei anderen Chinesischstämmigen in Venedig. Bis hierhin nichts ungewöhnliches, denn tausende von Asiaten strömen jedes Jahr in die Kanalstadt in Italien. Als die drei allerdings über 500? für ein Essen in der Nähe des Markusplatzes bezahlen mussten, entschied sich Tang dem Bürgermeister einen Brief zu schreiben, um ihn über die Preispolitik zu informieren. Eine Fehlentscheidung wie sich später herausstellte, denn Luigi Brugnaro hatte überhaupt kein Verständnis für die drei.

Der Politiker kommentierte die Situation während einem Fernsehinterview und warf den Urlaubern vor, dass ihre mangelnden Italienischkenntnisse schuld an der Rechnung sind. Laut Brugnaro sei es Pflicht, dass Reisende zumindest ein paar Wörter Italienisch und Venezianisch sprechen können, um die Stadt zu besuchen. Höhepunkt seines Statements war allerdings, als er die Urlauber als Bettler beschimpfte, welche zwar essen und trinken, dann aber behaupten würden, abgezockt worden zu sein. Tangs Argumentation, dass die Preise eventuell zu hoch sind, ließ er komplett außer Acht. Zudem grenzt es für ihn fast an eine Selbstverständlichkeit, dass die Preise in Venedig höher sind als anderswo und dass Touristen diesen Preis bezahlen müssen, um die Stadt zu besichtigen.

Venedig ist kein Einzelfall

Venedig ist kein Einzelfall
© Silvia Crisman/123RF

Tatsache ist, dass das Problem altbekannt ist am Markusplatz wird gerne die hilflose Lage der Touristen ausgenutzt, damit die Rechnung frisiert werden kann. Musikzuschlag, hohe Getränkepreise und andere vermeintlich kostenlose Serviceleistungen werden hier großzügig berechnet. Allerdings ist dies nicht ausschließlich ein Problem welches nur in Venedig existiert, auch andere europäische Touristenhochburgen erhöhen gerne mal die Preise, wenn eine Touristenattraktion in der Nähe ist.

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Die Redaktion
Geposted 14.11.2017
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