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 Rumänien Kultur und Traditionen Rumänien

 
 
Fläche : 237500  km² - Bevölkerung 22600000 hab.
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Kultur und Traditionen Rumänien

 Traditionen und Bräuche

Trotz der Schäden, die durch die Zwangskollektivierung und Neugliederung unter der Ceausescu-Diktatur verursacht wurden, haben die ländlichen Gegenden Rumäniens nichts von ihrem früheren Reiz verloren. Die volkstümlichen Traditionen werden dort mit großem Eifer fortgeführt. Die bäuerlichen Trachten - Blusen, Röcke, Mäntel, Mützen und Westen aus Wolle oder Leinen - sind reich bestickt und mit geometrischen, schwarz-roten Motiven auf weißem Hintergrund verziert. Anlässlich von Jahrmärkten, Hochzeiten oder anderen Festen werden sie noch oft getragen. Das ländliche Kunsthandwerk ist ebenfalls sehr vielfältig und reicht von Teppichen über Holzskulpturen und gerahmten Ikonenbildern bis hin zu verzierten Eiern. In den volkstümlichen Tänzen und Liedern, wie z.B. den Doïnas der Haidouks, Hora, Capra, Brâul und Calusarii, die mit Geige, Akkordeon, Klarinette, Mundharmonika und Panflöte gespielt werden, kommen der Glaube und die Legenden des alten rumänischen Volksguts zum Ausdruck. Einige nehmen Bezug auf das Familienleben, andere auf das bäuerliche Leben. Sie orientieren sich an antiken Riten und sollen für einen fruchtbaren Boden sorgen. Der sog. Colinda-Brauch zu Neujahr: er besteht darin, dass Kinder von Haus zu Haus ziehen und allen Bewohnern mit einem Ständchen ein gutes neues Jahr wünschen und Blumenkränze verschenken. Am 1. März schenken die Männer den Frauen einen kleinen Glücksbringer namens Märzchen, der an einer rot-weißen Schnur befestigt ist, um sich vor den Hexen zu schützen. Insbesondere in den Maramuren und in Bukowina sind manche Dörfer wahre ethnographische Museen. Das Beste an Rumänien ist jedoch der unglaubliche Sinn für Gastfreundlichkeit in den Dörfern. Sie werden dort großzügig zum gemeinsamen Essen oder auf ein Glas Tzuica (Pflaumenschnaps) eingeladen. Beim Anstoßen sagt man: ?Noroc!? Die rumänische Zigeunergemeinde, die nach wie vor kaum integriert ist, zählt etwa 500 000 Mitglieder, wobei diese Zahlen nur geschätzt sind. Einige Gruppen ziehen nach wie vor übers Land und von Zeit zu Zeit begegnet man ihren Lagerplätzen an den Straßenrändern. Zwei rivalisierende Herrscher, Florin Cioba und Iulian Radulescu, die beide in Sibiu leben, ringen dabei um die Oberhoheit über die verschiedenen Zigeunerclans.

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