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Afghanistan

Das vom Krieg gemarterte Afghanistan wartet immer noch auf seine Rückkehr zum Frieden. Die Gebirgskette des Hindukusch liegt über herrschaftlichen Landschaften, eingeschnitten von tiefen Tälern, die von schönen Bächen gespeist werden. Der menschliche Wahnsinn der Taliban hat nicht einmal vor den unschätzbar wertvollen Buddha-Statuen Halt gemacht. Warten Sie mit einer Reise auf bessere Zeiten!

Wichtige Informationen zur Reisevorbereitung

Das Land Afghanistan befindet sich im Kriegszustand. Deshalb ist es vorläufig nur den Mitgliedern internationaler Hilfsorganisationen und akkreditierten Journalisten gestattet, das afghanische Territorium zu betreten. Für andere Personen, Touristen auf der Suche nach Nervenkitzel, kann eine Reise in dieses Risikogebiet fatal enden. Daher bleibt man besser fern, bis sich das Land wieder für den Tourismus öffnet! Entführungen, Banditentum und überall verstreute Minen machen jede Expedition, sehr, sehr gefährlich, ja fast unmöglich selbst für die größten Abenteurer.

Neben den Gefahren, die von den Menschen ausgehen, ist Afghanistan zusätzlich in einem Gebiet gelegen, das ein hohes Erdbeben-Risiko birgt.

Wenn das Reiseverbot nicht bestehen würde, und Sie eine Reise in das Land planen würden, würden sich die Monate April, Mai und September für eine Reise anbieten. Dies sind die Monate, die für eine Reise nach Afghanistan am besten sind. Der Winter ist sehr kalt und die Berge sind mit Schnee bedeckt. Im Sommer muss man brütend heiße Temperaturen ertragen.

Afghanistan ist eines der bergigsten Länder der Welt. Nahezu 99% seines Territoriums ist mit Bergen bedeckt! Der Berg "Tirich Mir" ist mit 7.708 Metern Höhe der höchste Ort des Landes. Die Landschaften sind imposant und wunderschön: Die Wüstengebiete sind vollkommen unbewohnt, die Berge voller Schönheit.

Die Krankheit Kinderlähmung ist in dem Land ausgebreitet. Es wird daher sehr empfohlen, sich gegen dagegen impfen zu lassen. Die Gefahr, sich dort an Malaria anzustecken, besteht außerdem.

Tipps der Redaktion

In Friedenszeiten ist die Bevölkerung ungemein liebenswürdig. Es ist bedauernswert, wie eine fundamentalistische Gruppierung ausreicht, um das Bild eines ganzen Volkes zu trüben.

Afghanistan bietet viele Sehenswürdigkeiten und Attraktionen an, die allerdings zurzeit nicht besucht werden können, da der Krieg in dem Land wütet. Sie müssen sich also gedulden, die prächtigen und spektakulären Landschaften zu betrachten. Vor allem der Hindukusch dominiert in dem Land mit seinen Gipfeln, die bis über 7.500 Meter über das Land reichen.

Die Hauptstadt Kabul wurde vor 3500 Jahren gegründet. Das afghanische Nationalmuseum beherbergte früher eine der schönsten asiatischen Antiquitäten-Kollektionen. Die Stadt wies auch reizende Parks und Gärten, mongolische Pavillons, Moscheen und auch einen Bazar auf. Ihre alte Festung wird zurzeit restauriert. In der zweitgrößten Stadt Afghanistans, Kandahar, findet man eine heilige Uhr, die dem Propheten Mohammed gehört haben soll. Diese kann in der Moschee Da Kherqa Sharif Ziarat bewundert werden. Die Stadt Herat ist die kulturelle und künstlerische Hauptstadt des Landes und gleicht einer grünen Oase. Sie wurde von Alexander dem Großen erbaut. Man kann dort z.B. auf den Bazaren spazieren gehen, die allerlei Verkaufsstände aufweisen. Des Weiteren birgt die Stadt Überreste seiner glorreichen Vergangenheit. Wie die Moschee Mashed-é-Djemeh oder das Mausuleum von Goharchad. Beinahe jede afghanische Stadt birgt eine schöne Moschee, aber die der Städte der gleichnamigen Provinz Herat sind besonders erwähnenswert. Wie schade, dass die Festung dieser Stadt eine Militärbasis geworden ist!

Das Land Afghanistan weist mehrere UNESCO-Weltkulturerben auf. So beispielsweise das Minarett von Dscham, das sich in der Provin Ghor 500 Km von Kabul entfernt befindet. Dieses Bauwerk mit einer Höhe von 65 Metern wurde im 12. Jahrhundert von dem Sultan Ghiyath al-din Mohammed Ibn Sam erbaut. Damit ist es das zweitgrößte religiöse Bauwerk dieser Art, das auf der Welt existiert. Im Norden des Landes, in Mazar-e-Charif, darf man nicht den Besuch einer blauen Moschee verpassen, die im 15. Jahrhundert erbaut wurde und als Grab für Ali, dem Cousin und Schwiegersohn des Propheten Mohammed, diente. Es handelt sich damit um einen heiligen Ort für die Schiiten. Empfehlenswert ist zudem die Oasenstadt Jalalabad, die für ihre Minarette, Mausoleen und Palastruinen berühmt ist.

Als Kreuzung zwischen Asien und dem Mittelmeer durchlief die Seidenstraße Afghanistan seit der Antike. Die Eroberer Kyros II, Tamerlan und Gengis Khan sind dort vorbeigezogen!

In den Kriegsjahren wurden die berühmten Buddha-Statuen der Provinz Bâmiyân, 180 Km von Kabul gelegen, zerstört. Die zwei wertvollen Monumente von 40 und 57 Metern Höhe, die zwischen dem 3. und 5. Jahrhundert erbaut wurden, konnten der rohen Gewalt der Taliban leider nicht standhalten. Sie wurden 2001 zersprengt.

Zwischen dem Tadschikistan und dem Pakistan liegt das Hochgebirge Pamir, das vor allem für Trecking beliebt ist, mit seinen 5.970 Metern Höhe. Wanderer können dort den zweithöchsten Botanischen Garten der Welt besuchen. Er befindet sich in der grenznahen Stadt Chorugh, allerdings zugehörig zum Tadschikistan.

Pluspunkte

  • +In Friedenszeiten ist die Bevölkerung ungemein liebenswürdig (eine fundamentalistische Gruppierung reicht jedoch aus, um das Bild eines ganzen Volkes zu trüben).
  • +Die Landschaften sind imposant und wunderschön: die Wüstengebiete sind vollkommen unbewohnt, die Berge voller Schönheit.

Minuspunkte

  • -Das Land befindet sich im Kriegszustand.
  • -Entführungen, Banditentum und überall verstreute Minen machen jede Expedition, sehr, sehr gefährlich, ja fast unmöglich selbst für die größten Abenteurer.

Traditionen

Die afghanischen Frauen tragen ein Kopftuch oder eine Burka. Dieses traditionelle Kleidungsstück des Paschtunen-Stammes ist meistens blau, oder auch braun oder grün. Es bedeckt den Kopf und den Körper der Frauen und beinhaltet ein Gitter vor den Augen.

In der Freizeit haben die Afghanen sehr gerne Drachen steigen lassen, bevor es von den Taliban verboten worden ist. Von den Taliban wurde zudem die Poesie verboten. Auch verboten, aber dennoch teilweise praktiziert und als normal befunden wird die Tradition "Bacha bazi". Es handelt sich dabei um eine Art der Kinderprostitution; Jungen müssen in Frauenkleidern vor älteren, reichen Männern tanzen und ihnen mit Zärtlichkeiten gefällig werden. Diese Vorstellungen findet man auch des Öfteren auf Hochzeiten. Afghanen legen generell großen Wert auf Hochzeiten und gestalten spezielle Zeremonien mit großem Aufwand.

99,9% der Bevölkerung ist muslimischen Glaubens. So ist es während des heiligen Monats Ramadan untersagt, bei Tageslicht zu essen, trinken oder rauchen. Die Konsumation von Alkohol ist generell illegal.

In den Bazars kann man Handwerkskunst finden: Teppiche, Schmuck, Musikinstrumente und Stoffe. Die Öffnungszeiten der Bazare sind eher anarchisch.

Küche

Die Speisen bestehen oft aus Lamm und Reis. Unter den Spezialitäten finden sich Kebab, gegrilltes Schaffleisch serviert in Naan, dem lokalen Brot. Das Qabali Palaw bleibt das traditionelle Gericht bestehend aus gegrillten Lammstücken mit Safranreis, Karotten und Rosinen. Eine andere Spezialität ist Sabzee Chalao, gebratener Spinat mit Knoblauch und Schalotten. Die Afghanen essen auch sehr viel Käse. Desserts werden auf Basis von Nüssen und frischen oder getrockneten Früchten zubereitet. Tee ist und bleibt das Lieblingsgetränk der Bevölkerung.

Der französische Schriftsteller Atiq Rahimi, der afghanischer Herkunft und der Träger des Prix Goncourt von 2008 ist, lässt über die afghanischen Küche nur das Beste verlauten. Er betonte, dass es ein einfaches, ländliches Gericht namens Qrouti gibt. Dies bestehe aus einem Stück Brot, auf das man Qrout gibt, also getrockneten Käse, Zwiebel und getrocknete Minze. Es sei ein sehr einfaches Gericht, das man innerhalb von zwei Minuten zubereiten könne, aber das sehr den Geruch Afghanistans verbreite. Er beschreibt den Geruch mit den Wörtern ländlich, bergig, rau und gleichzeitig sanft. Für ihn ist Qrouti das Gericht, das die Wirklichkeit von Afghanistan am realistischsten verkörpert.