Japan erwägt "kommerziellen" Walfang wieder aufzunehmen
Geposted 06.01.2019

NeuigkeitenJapan

Twitter Facebook

Japan erwägt erneut, aus der Internationalen Walfangkommission (IWC) auszutreten. Die IWC erstellte 1946 einen Vertrag zur Regelung des Walfangs, welcher von 42 Nationen unterschrieben wurde und 1948 in Kraft trat. Ziel war es, ein internationales Übereinkommen zu schaffen, welches die angemessene Erhaltung der Walbestände sichert. So sollte der übermäßige Walfang verhindert werden. Japan brachte bereits im September eine Vorwarnung heraus, in der der Wunsch, den kommerziellen Walfang wieder aufzunehmen, geäußert und infolgedessen ein Kompromiss vorgeschlagen wurde. Bisher lehnte die Mehrheit der Mitgliedsländer der IWC diesen Kompromiss jedoch ab.

Japan strebt danach, einen "nachhaltigen Walfang" zu etablieren und so den Schutz der Tiere zu gewährleisten. Das Gericht sieht in ein solches Zusammenspiel jedoch als schwer vorstellbar. Japans Vorschlag wurde mit 41 zu 27 Stimmen abgelehnt. Besonders Länder wie die Vereinigten Staaten, Australien und die Länder der Europäischen Union setzen sich stark für den Walschutz ein und halten Japans Vorhaben für unzulässig.

89 Länder sind Mitglieder der IWC

89 Länder sind Mitglieder der IWC
© pumucl/123RF

Die Drohung eines Austritts aus der IWC hat Japan also wieder auf den Verhandlungstisch gelegt und drohte im Falle einer Ablehnung der erwünschten "Ausnahmeregelung" den Walfang auch in der Arktis nicht einzustellen. Eine Jagd, die alleine 2017 333 Zwergwale, darunter 122 trächtige Wale tötete, so die IWC-Zahlen.

Japan erklärte, sich auf die Gewässer in der Nähe des Archipels und ausschließlich auf die Wirtschaftszone zu beschränken. Die Reaktionen sind gemischt. Die NGO Humane Society International befürchtet, dass der Austritt Japans aus der IWC andere Mitgliedländer ebenfalls zum Austritt bewegen, oder Japan außerhalb internationaler Grenzen jagen könnte.